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Bahn gibt grünes Licht für Ampel

Mitte Januar sollen Reparaturarbeiten beginnen – Verkehrsführung extrem unübersichtlich.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 28.12.2011.

Braunschweig. Die Bahn reagiert: Ab 16. Januar soll die Ampelanlage an der Kreuzung Steinriedendamm/Forststraße repariert werden, teilte sie jetzt der Stadt mit.

Erst an Heiligabend wurde an der gefährlichen Kreuzung erneut ein Mensch angefahren. „Die 73-jährige Frau schwebt noch immer in Lebensgefahr“, sagt Polizeisprecher Jochen Grande. Im Februar war ein zehnjähriger Junge auf den Gleisen von einem Zug erfasst und getötet worden, vor wenigen Wochen verlor ein 43-jähriger Mann an gleicher Stelle sein Leben. Und nun die Fußgängerin.
„Wäre sie 48 Meter weiter links zur provisorischen Fußgängerampel gegangen, hätte sie die Straße sicher überqueren können“, sagt Grande. Aber die Frau ging direkt dort über die Straße dort, wo der Steinriedamm auf die Forststraße trifft. „Offensichtlich verleitet diese Kreuzung zu falschem Verhalten“, sagt Dr. Wolfgang Büchs, der sich für die Bibs zu diesem Thema engagiert.
„Diese Kreuzung ist sehr, sehr schwierig“, urteilt auch Polizeisprecher Jochen Grande. „Ich fahre dort jeden Tag zur Arbeit“, erklärt er. „Seitdem die Ampelanlage im Frühjahr ausgefallen ist, sind viele verschiedene Maßnahmen ergriffen worden“, sagt Grande, „jetzt haben wir Barken, Schilder, Behelfsampeln, Querträger, Warnleuchten, Klingeltöne und mehr“, sagt Grande, „das ist extrem unübersichtlich.“
Aber auch durch weitere Verbesserungen seien Unfälle wie Heiligabend oder Anfang Dezember nicht zu verhindern gewesen, gibt Stadtbaurätin Maren Sommer zu bedenken. „Die Verkehrsteilnehmer müssen auf den Verkehr und die Beschilderungen, insbesondere die zu den Überwegen für Fußgänger achten und sie beachten.“
Die Kreuzung Steinriedendamm/Forststraße ist in erster Linie durch den unbeschrankten Bahnübergang gefährlich, aber auch die Verkehrsführung ist extrem unübersichtlich. Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann hatte die Bahn angeschrieben und auch Vorschläge des Rates übermittelt. Unter anderem: Schrittgeschwindigkeit, Bahnwärter, eine Einzäunung, zusätzliche Blinklichter.
Die Bahn habe zwei eigene Vorschläge gemacht, teilte Stadtbaurätin Maren Sommer mit. So sollen „Pfeiftafeln“ aufgestellt werden, in deren Folge der Zugführer zusätzliche akustische Signale abgibt, wenn er sich der Kreuzung nähert. „Das kann allerdings zu einer Geräuschbelastung für die Anwohner führen“, sagt Sommer. Außerdem regt die Bahn die Einrichtung von Umlaufsperren auf dem Gehweg zwischen Bahnübergang und Forststraße an. So soll die Aufmerksamkeit der Fußgänger und Radfahrer erhöht werden.
Beide Vorschläge sowie die Forderungen des Rates werde die Verwaltung in einem Termin mit der Verkehrssicherheitskommission kurzfristig beraten, teilt die Stadt mit. Weitere Schritte dürften nicht dazu führen, dass die Situation unübersichtlich werde, mahnte Stadtbaurätin Sommer.
„Die beste und sicherste Lösung ist ein Tunnel für die Fußgänger und Radfahrer“, sagt Bibs-Ratsherr Wolfgang Büchs beim Ortstermin, „aber mit dem Vorschlag erklärt man mich sicher für verrückt.“ Er zeigt den Fußweg am Steinriedendamm und den sogenannten Radsicherheitsstreifen: „Beide enden abrupt vor der Kreuzung“, bemängelt er.
„Sicher keine optimale Situation“, räumt Stadtsprecher Adrian Foitzik ein, „theoretisch müssten die Radfahrer sich als Autofahrer einordnen und über die Forststraße fahren. Wir werden weiter nach besseren Lösungen suchen.“
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