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Bäderbedarf wird ermittelt

Rat beschließt aktuelle Analyse zur Bäder- und Schwimmsituation in Braunschweig.

Von Martina Jurk, 21.11.2012.

Braunschweig. Das Thema Schwimmen in Braunschweig hat in den vergangenen Wochen Wellen geschlagen. Gestern beauftragte der Rat per Beschluss die Verwaltung, den Bedarf an Frei- und Hallenbädern aktuell zu analysieren. Den Antrag hatten die Grünen gestellt.

Die Fraktion begründete ihren Antrag damit, dass die 2007 im Rat beschlossene Schließung von vier sanierungsbedürftigen Stadtteilbädern (Gliesmarode, Nord, Wenden, Waggum) nach Fertigstellung des neuen Freizeit- und Erlebnisbades im kommenden Jahr aktuell werde. Als Folge des beharrlichen Protests der Waggumer Bürger gegen die geplante Schließung ihres Freibades im Herbst 2013 würden die alten Mehrheiten für den Beschluss von 2007 aus CDU, SPD und FDP nicht mehr bestehen. Es gäbe Zweifel, ob die damalige Entscheidung richtig war (wir berichteten). Dies eröffne die Möglichkeit, den damaligen Beschluss und die aktuelle Schwimmbadsituation zu überprüfen und den Bedarf anzupassen.
Über den Antrag wurde in drei Teilen abgestimmt. Für die aktuelle Bedarfsanalyse stimmten die Ratsmitglieder einstimmig. Ebenso einmütig stimmten sie für eine Kostenaufstellung der Verwaltung zur Sanierung des Schwimmbads Waggum sowie der zukünftigen Betriebskosten bei einem Weiterbetrieb. Mehrheitlich abgelehnt wurde der bereits zuvor in vier Ausschüssen gestrichene Vorschlag der Grünen, den Ratsbeschluss von 2007 in Bezug auf die Schließung der Stadtteilbäder auszusetzen, sollte sich die Analyse länger hinziehen.
Für den Fall eines Weiterbetriebs des Waggumer Bades schlagen die Grünen Alternativen vor, wie die Sicherstellung der Aufsicht durch ehrenamtliche Mitarbeiter oder den Betrieb in Verantwortung des Fördervereins (aber nicht auf seine Kosten). Dazu informierte Ratsherr Frank Graffstedt (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtbad GmbH, dass am Tag der Ratssitzung bereits ein erstes Treffen des Fördervereins Waggum mit der Stadtbad GmbH anberaumt gewesen sei.
Bibs-Fraktionschef Peter Rosenbaum machte auf die Bedeutung des Schwimmens aufmerksam. „Immer weniger Kinder können schwimmen“, sagte er, und kurze Wege zu den Orten, wo man es lernen könnte, gehörten zur Daseinsvorsorge. Für Udo Sommerfeld, Fraktionsvorsitzender der Linken, mache es keinen Sinn, Fakten zu schaffen, wenn nicht klar sei, wie die Analyse ausfällt. „Wenn die Befragung ergibt, dass 85 Prozent der Braunschweiger die Stadtteilbäder im Norden, in Waggum und Wenden behalten würden, was machen wir dann? Dann müssen wir sagen, die gibt es nicht mehr“, gab er zu bedenken. Die Linke stimmte mit den Grünen und der Bibs dagegen, den Passus – Schließung der Stadtteilbäder aussetzen, sollte sich die Analyse länger hinziehen – zu streichen.
Christoph Bratmann (SPD), Schulausschussvorsitzender, mahnte, das Schwimmen in den Schulen nicht aus dem Blick zu verlieren. „Es wäre Unsinn, die Stadtteilbäder aufrechtzuerhalten, um das Schulschwimmen zu gewährleisten. Vielleicht gibt es Alternativen wie schuleigene Bäder“, sagte er. Die Bedarfsanalyse sei sinnvoll, sollte aber nicht von der Schließung oder Nichtschließung anderer Bäder abhängig gemacht werden.
Die Verwaltung teilte mit, dass ein Teil der Analyse ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchungen zur Sportentwicklungsplanung sei.
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