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„Ausgerechnet im Kaiserjahr“

Der ehemalige Museumsdirektor Gerd Biegel sorgt sich um das Otto-Ausstellungsteam

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Berechtigte Sorgen oder unbefugte Einmischung? Professor Dr. h.c. Gerd Biegel wettert gegen die Baustelle Papenstieg, Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink wiegelt ab.

„Seit mehreren Jahren wird dieser Umbau geplant und angekündigt“, sagt Biegel, „realisiert wird er nun ausgerechnet im Kaiserjahr 2009.“
Die Ausstellung zum Kaiserjahr beginnt zwar erst im August und bis dahin ist ein Ende der Baumaßnahmen fest zugesagt, aber Biegel, bis Ende 2008 Museumsdirektor des Braunschweigischen Landesmsuseums und jetzt Direktor des Instituts für Regionalgeschichte, macht sich vor allem Sorgen um seine ehemaligen Mitarbeiter: „Es geht darum, dass im Vorfeld, und zwar in der heißen Phase der Ausstellungsvorbereitung, das Team enorm durch Baulärm, Schmutz und Erschütterungen belastet wird.“
Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink weist die Vorwürfe zurück: „Alles wurde präzise vorbereitet und geplant, kein Grund zur Sorge.“ Ende des vergangenen Jahres habe Biegel „durch Zufall“ von dem geplanten Umbau erfahren, doch seine Einwände seien nicht wahr genommen worden.„Ich habe meine Bedenken dem Oberbürgermeister geschrieben und um ein Gespräch gebeten, er hat mir versichert, dass der Stadtbaurat sich mit mir in Verbindung setzen werde“, sagt Biegel. Darauf warte er noch heute.
„Das stimmt so nicht“, sagt Stadtbaurat Zwafelink, denn als die Antwort formuliert wurde, sei Biegel gar nicht mehr im Amt gewesen. Logischerweise habe sich die Verwaltung inhaltlich mit der kommissarischen Museumsleitung auseinandergesetzt, es habe intensive Gespräche mit einigen Mitarbeitern gegeben, es sei kein Argument gegen die Baumaßnahme genannt worden.
„Wie bei allen großen Bauprojekten ist der Zeitplan eng abgestimmt“, erläutert Zwafelink, „wir haben mit allen Anliegern gesprochen, alle Einwände gehört.“ Vier Wochen vor Ausstellungsbeginn werde die Baustelle abgeschlossen sein. „Und wenn wirklich etwas Unvorhergesehenes geschehen sollte und wir nicht fertig werden, dann werden wir unterbrechen und alles so herrichten, dass die Besucher nicht eingeschränkt sind“, verspricht der Stadtbaurat.
Doch Biegel sorgt sich mehr um die Mitarbeiter, als um die Besucher. „Ich weiß, welches Maß an Konzentration und Kraft das Ausstellungsteam noch bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit fordern wird, ich habe in diesem Umfeld bereits persönliche Erfahrungen mit einer solchen Baustelle am Vieweghaus und deren realen Auswirkungen ohne Rücksicht auf die Betroffenen im Haus machen können“, sagt er.
Das sei der Hintergrund seines Gesprächsangebotes an die Verwaltung gewesen, das aber offenbar als unwichtig erachtet werde. „Dennoch möchte ich meine Meinung im Interesse der Museumskollegen noch einmal deutlich machen, um zu verhindern, dass man hinter wieder einmal nichts gewusst habe.“
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