Anzeige

Auf der Fahrradautobahn von Braunschweig nach Wolfsburg

Hennig Brandes, Detlef Tanke, Manfred Günterberg, Ulrich Markurth und Klaus Mohrs (v.l.) stellen die „Machbarkeitsstudie e-Radschnellweg Braunschweig - Wolfsburg“ vor. Foto: Konrad

Bald Radschnellwege von Braunschweig nach Wolfsburg, Wolfenbüttel und SZ-Thiede möglich.

Von Andreas Konrad, 05.09.2017. 

Braunschweig. Das Fahrrad könnte in unserer Region bald das bevorzugte Verkehrsmittel für Pendler werden. Die Oberbürgermeister Ulrich Markurth (Braunschweig) und Klaus Mohrs (Wolfsburg) stellten gestern die Ergebnisse einer Studie vor, die sie zuvor beim Regionalverband Großraum Braunschweig und der Allianz für die Region in Auftrag gegeben hatten. Ziel: Ein Radschnellweg zwischen den beiden Zentren.

„Mit einem e-Radschnellweg zwischen Braunschweig und Wolfsburg kann ein attraktives und zukunftsfähiges Angebot für den Alltagsverkehr, speziell auch für Pendler entstehen“, sagte Markurth. Die zunehmende Beliebtheit von E-Bikes ermögliche es den Pendlern heutzutage auch, größere Distanzen zu überwinden, aber für herkömmliche Räder sei der Weg selbstverständlich auch befahrbar. Laut Studie könne der Radschnellweg „sehr geeignet sein, als Pilotprojekt angegangen zu werden.“

„Wolfsburg setzt sich dafür ein, das Projekt gemeinsam mit den beteiligten Kommunen und dem Regionalverband voranzutreiben“, erklärte Klaus Mohrs. Die beteiligten Kommunen sind neben Braunschweig und Wolfsburg noch die Gemeinde Lehre, durch die sich ein Großteil des Radschnellweges erstreckte. Diese solle schnellstmöglich in die Planung mit einbezogen und bei der möglichen Umsetzung unterstützt werden, waren sich die Oberbürgermeister einig.

Rund 25 Kilometer lang wäre die Strecke, die baulich einer Autobahn für Radfahrer gleichkäme, wie Detlef Tanke, Verbandsvorsitzender des Regionalverbandes, beschrieb. „Radschnellwege mit mehr als 2000 Nutzern pro Tag haben Mindeststandards“, erläuterte Verbandsdirektor Hennig Brandes. Diese seien eine Breite von vier Metern, eine eigene Trasse mit Fahrspuren für jede Richtung getrennt von Fußwegen, eine feste Oberfläche, Beleuchtung und Winterdienst. Der Bau würde dem Gutachten zufolge 18,6 Millionen Euro kosten, der jährliche Unterhalt käme hinzu.

Finanzielle Unterstützung stellen Bund und Land in Aussicht. Der Niedersächsische Landtag habe im Doppelhaushalt 2017/18 jeweils rund 6,1 Millionen € für Projekte zum Thema e-Radschnellwege bereitgestellt, sagte Brandes. Positive Signale kämen auch von der Privatwirtschaft, so Manfred Günterberg, Prokurist der Allianz für die Region.
„Die Strecke Braunschweig-Wolfsburg verbindet die Kompetenzzentren für Mobilität aus Forschung und Wirtschaft miteinander. Durch unsere Lage im Herzen der Region liegen hohe Potenziale auch in den Radwegen ins direkte Umland: Salzgitter-Thiede und Wolfenbüttel sind gerade einmal 12 bis 15 Kilometer von Braunschweigs Innenstadt entfernt“, stellte Markurth weitere Radschnellwege mit Anbindung an die Löwenstadt in Aussicht. „Ich schlage deshalb dem Rat vor, mit den Projekten in Richtung Süden, nach Wolfenbüttel und Salzgitter-Thiede, sowie nach Wolfsburg zu beginnen.“ Später sei auch eine Verbindung nach Vechelde möglich, so die Studie.

Sein Kollege Mohrs äußerte zum Zeitplan der Braunschweig-Wolfsburg-Strecke: „Ich möchte Anfang des nächsten Jahrzehnts fertig sein.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
685
Horst Schmid aus Braunschweig - Innenstadt | 06.09.2017 | 18:00  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.