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Auf alles vorbereitet sein

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke. Archiv: T.A.

Turnhallen als mögliche Flüchtlingsquartiere.

Von Marion Korth, 10.10.2015.

Braunschweig. Seit Wochen ist die Stadtverwaltung auf der Suche nach geeigneten Flächen oder Gebäuden im Stadtgebiet, in denen Flüchtlinge untergebracht werden können.

Dabei geht es um die Entlastung der Landesaufnahmebehörde (LAB), in der derzeit rund 4000 Menschen leben, aber auch darum, ein Notfallquartier vorzuhalten, falls ankommende Flüchtlinge einmal nicht sofort in andere Städte und Gemeinden weitergeleitet werden können.

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke informierte gestern in einer Pressekonferenz über den Stand der Dinge. Danach ist die Turnhalle der Grundschule Lindenbergsiedlung als vorübergehende Unterkunft vorgesehen, die Turnhalle der Grundschule Isoldestraße wird als mögliche Ausweichfläche für die LAB vorgehalten. „Derzeit können wir nicht voraussehen, was auf uns zukommen könnte“, sagte Hanke. Aber die Stadt wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Morgen, übermorgen, nächste Woche, nächsten Monat. Jederzeit kann wieder so wie Anfang September ein Zug mit mehreren Hundert Flüchtlingen Braunschweig erreichen. Angekündigt waren damals 700 Menschen, 900 kamen. Damals gab es ernsthafte Bedenken, ob für alle Flüchtlinge so kurzfristig eine Unterkunft gefunden werden kann. Auf diese Situation will die Stadt vorbereitet sein. Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke stellte gestern die Notfallplanung vor. Die Sporthalle der Grundschule Lindenbergsiedlung ist danach als Notquartier vorgesehen, könnte innerhalb von wenigen Stunden mit Matratzen und Decken zum Schlafsaal für 150 bis 200 Menschen hergerichtet werden.

Notfallquartier

Wie gesagt, im Notfall. „Erst einmal ändert sich für die Schüler dort nichts“, betonte Hanke. Der Sportunterricht kann stattfinden wie bisher. Sie warb um Verständnis, auch wenn die Eltern der Kinder das sicher nicht freuen werde.
Die Situation habe sich weiter zugespitzt, der Zustrom von Flüchtlingen sei ungebrochen, die Aufnahmekapazitäten der LAB erschöpft. „Und es geht auf den Winter zu“, sagte Hanke. Auf dem Gelände stünden derzeit noch etliche Zelte, die nicht beheizt werden können. Zusätzlich zur Sporthalle in der Boeselagerstraße ist für die LAB als weiteres Ausweichquartier die Sporthalle in der Isoldestraße vorgesehen, wo Flüchtlingen auch länger wohnen könnten. In der Lindenbergsiedlung gehe es dagegen nur um ein, zwei, vielleicht drei Nächte, bis eventuell ankommende Flüchtlinge in andere Städte geleitet werden können. Niemand soll – dann vielleicht im kalten Winter – im Bahnhof campieren müssen.

Bislang ist es immer noch so, dass Braunschweig als LAB-Standort keine Flüchtlinge dauerhaft aufnehmen muss. Eine Ausnahme sind die minderjährigen Kinder und Jugendlichen, die ohne Begleitung sind. An Immobilienbesitzer richtete die Sozialdezernentin den dringenden Aufruf, sich zu melden, wenn sie leerstehende größere Gebäude mit Zimmern („keine Halle“) und Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stellen können, da für die Jugendliche weitere Wohngruppen eingerichtet werden müssen. Ansprechpartner bei der Stadt ist Volker Tetzel unter der Telefonnummer 4 70 84 88.

Freiwillig gemeldet

Die Sporthalle Lindenbergsiedlung als Notfallunterkunft einzuplanen, habe vor allem logistische Gründe. Zum einen ist die Halle nicht mit dem Schulgebäude verbunden, zum anderen befindet sie sich nahe der Naumburgstraße, wo der Fachbereich Soziales und Gesundheit in einem Dienstgebäude Matratzen und weitere Ausstattung lagert.

Sollten Flüchtlinge kurzzeitig aufgenommen werden müssen, so hätten sich 40 Kollegen aus dem Fachbereich freiwillig bereiterklärt, in solch einem Fall eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung im Schichtbetrieb mit Unterstützung von Sicherheitsdiensten sicherzustellen. „Die Mitarbeiter sind sehr motiviert. Alle wissen, dass wir uns diese Situation nicht ausgesucht haben“, sagte Hanke und betonte: „Wir brauchen die Mitwirkung aller in der Stadt!“
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