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„Asse ist ein gefährlicher Berg“

Die Jungsband „ReAktion“ möchte Menschen für die Atommüllproblematik sensibilisieren.

Von André Pause, 20.04.11

Braunschweig. Anjo Becker gibt dem Schlagzeug schon mal „Saures“, während Bandcoach Uli Lienau dem Rest der wuseligen Truppe neue Ohrenstöpsel ans Herz legt. Die braucht man auch, im kleinen Proberaum der Band ReAktion im Ringcenter.

Hier treffen sich die fünf elf- und zwölfjährigen Jungmusiker einmal in der Woche für 70 Minuten. Gerade haben sie ihren ersten eigenen Song aufgenommen: den Asse-Song.
„Die Asse ist ein gefährlicher Berg, gefährlicher als ein Atomkraftwerk. Wir demonstrieren schon dagegen, die Politiker stehen nur dumm daneben. Schießt den Atommüll auf den Mond, oder dahin wo keiner mehr wohnt. Viel zu viele interessieren sich nicht, unsere Meinung, die hat kein Gewicht. Viel zu vielen ist es egal, aber das ist doch nicht normal“, heißt es dort. Geschrieben hat diese Zeilen Anjo Becker. Sein Zuhause liegt nur etwa zehn Kilometer entfernt vom niedersächsischen Atommülllager Asse II, wo rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Müll lagern. „Ich war vorher schon auf Demos, meine Eltern haben da viel gemacht. Und irgendwann saß ich zu Hause und habe gedacht, ich schreibe mal ein Lied und gucke was daraus wird. Auch von meinem Bruder kam ein Anstoß, er hat mich zusätzlich motiviert. Im Italienurlaub haben wir das dann aus Spaß auf Tennisschlägern gespielt“, erzählt der Elfjährige, der natürlich so viele Leute wie möglich mit dem Lied erreichen will. „Wir möchten denen vor Augen führen, dass sie etwas tun sollen. Wir wollen die Welt verbessern und den Atommüll abschaffen“, ergänzt Gitarrist Aramis David.
Seit einem Jahr spielen die jungen Musiker zusammen. „Wir kannten uns aber schon vorher alle ein bisschen: aus dem Kindergarten, der Grundschule oder eben von Fit In Music – außer Anjo“, verrät Bassist Tim Willkop. „Ich spiele seit fünfeinhalb Jahren Schlagzeug. Irgendwann hat mein Lehrer gesagt: Du brauchst eine Band. Dann bin ich hierhergekommen“, ergänzt der kleine Songschreiber lächelnd. Eines Tages habe er seinen Text in den Proberaum mitgebracht und Uli Lienau daraufhin das Songgerüst gebastelt, aus dem der jetzige Asse-Song entstanden ist.
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