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Asse: Aufräumen hat begonnen

Schließungskonzept soll Ende 2008 vorliegen

Von Marion Korth

Braunschweig. Wasserzutritt, radioaktiv verseuchte Lauge, mangelhafte Information: Über Tage hat das große Aufräumen nach der Pannenserie im Atommülllager Asse II bei Wolfenbüttel (nB berichtete) begonnen.

Betreiber ist nicht mehr die Helmholtz Gesellschaft München, sondern das Bundesamt für Strahlenschutz. Die Verantwortung geht damit vom Bundesforschungs- auf das Bundesumweltministerium über.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Hennig Brandes hofft nun, dass das Sanierungskonzept zügig angegangen wird. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, meint auch Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Sie ist froh, dass die Anlage nun wie ein echtes Endlager und nach den strengen Vorgaben des Atomrechts behandelt wird.
Was bleibt, sind für sie Fragen und Empörung. Empörung, dass bereits in den 1960er Jahren gegen den Stand der damaligen Technik gehandelt und Atommüll in einem feuchten Salzbergwerk gelagert worden ist. Und Fragen wie es nur möglich war, die Pannen all die Jahre unter der Decke zu halten? Heinen-Kljajic fordert einen Untersuchungsausschuss, um zu klären, welche Personen und Strukturen an dem Desaster schuld sind. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, sagt sie.
Nach Expertenmeinung sei bis zum Jahr 2025 Zeit, den Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Bergwerk herauszuholen. „Das wird viele Milliarden kosten“, sagt Heinen-Kljajic. Die Fässer könnten nicht per Hand herausgerollt werden, müssten von Roboterfahrzeugen unter Tage geborgen und strahlensicher verpackt werden. Sie sieht Bund und Atomindustrie in der Pflicht. „Das ist ja hier kein Niedersachsenproblem, der Müll kommt aus dem gesamten Bundesgebiet“, erläutert sie. Brandes (CDU) warnt hingegen vor politischen Schnellschüssen, die Meinung der Gutachter solle abgewartet werden. Bis Ende des Jahres soll das Schließungskonzept vorliegen.
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