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Armut macht Ältere einsam

Besuchsdienst soll aus der Isolation helfen

Von Birgit Leute

Braunschweig. „Armut macht einsam“, sagt Helge Müller von den Maltesern. Und besonders einsam, so der Dienststellenleiter, seien ältere Menschen ohne Geld.

Die karitative Einrichtung hat deshalb einen Besuchs- und Begleitdienst eingerichtet, der Senioren wieder Lebensfreude und vor allem Gesellschaft geben soll. „Wir wollen auf keinen Fall in Konkurrenz zu den Nachbarschaftshilfen treten, die auch solche Dienste anbieten“, stellt Müller klar. Getreu dem Selbstverständnis der Malteser betreuten die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor allem arme ältere Menschen – „eine Gruppe, die zunimmt wie wir immer wieder an unseren Mittagstischen für Bedürftige merken“, sagt Müller.
„Es ist ein beliebtes Klischee, dass die ältere Generation genug Geld zum Leben hat“, sagt Helge Müller. Er und seine Mitarbeiter kennen auch andere Beispiele.Vor allem Frauen, die nur wenig Arbeitsjahre zusammenbekommen haben, müssten mit einer sehr geringen Rente auskommen. Hobbys fielen dann aus Kostengründen oft „hinten runter“.
„Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Wer arm ist, zieht sich häufig aus Scham zurück, und wenn dann auch noch die Familie fehlt, zum Beispiel weil die Kinder in anderen Städten arbeiten, gibt es gar keinen Kontakt mehr mit der Außenwelt“, beschreibt der Dienststellenleiter der Malteser eine Situation, die er vor allem vom Hausnotrufdienst oder vom Mahlzeitendienst her kennt.
Mit dem neu eingerichteten Besuchs- und Begleitdienst wollen die Malteser Abhilfe schaffen. Ehrenamtliche Helfer schauen bei den Senioren vorbei, reden mit ihnen, spielen mit ihnen oder begleiten sie einfach nur auf einem Spaziergang.
„Diese Begleiter sind kein Pflegedienst oder eine preiswerte Haushaltshilfe“, stellt Müller klar. Die Helfer sollen lediglich „da“ sein, vielleicht auch einmal Hilfestellung leisten, wenn eine Rechnung bezahlt werden muss, oder ein Gang zum Amt ansteht.
Noch ist ihre Zahl klein, weshalb sich Müller über jeden neuen Interessenten freut. „Es kann jeder mitmachen, Hauptsache er ist über 18 Jahre alt und hat ein paar Minuten in der Woche Zeit“, wirbt der Dienststellenleiter.
Um die Ausbildung der Begleiter kümmern sich die Malteser: In Kursen lernen die Kandidaten, welche Bedürfnisse alte und kranke Menschen haben. Außerdem werden sie seelisch betreut, wenn möglicherweise Situationen auftreten, die, so Müller, „unter die Haut gehen“. „Unser Angebot ist eine Ergänzung zur Nachbarschaftshilfe, wie sie auch die Caritas anbietet, und bereits in anderen Städten eine erfolgreiche Einrichtung“, sagt Müller. Wer Inter-esse hat, ehrenamtlich als Besuchs- und Begleitdienst zu arbeiten, kann sich bei Helge Müller unter Telefon 3 80 08 30 melden. Informationen bieten die Malteser auch anlässlich des Tages der Senioren an ihrem Stand auf dem Platz „An der Martinikirche“.
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