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An einer Datenbank wird gearbeitet

Stellten die Brosche „Barrierefrei durch Braunschweig“ vor: Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Dr. Burkhard Wiegel, Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt. Foto: Korth

Broschüre „Barrierefrei in Braunschweig“ soll Menschen mit Handicap Orientierung bieten.

Von Marion Korth, 01.03.2017.

Braunschweig. Der Burgplatz ist wunderschön, imposant anzuschauen. Die Stolperfalle liegt in Form der Pflastersteine am Boden. Dr. Burkhard Wiegel, seit August Vorsitzender des Behindertbeirats der Stadt Braunschweig, musste eine Zeit lang im Rollstuhl sitzen. Er weiß, wie sich das Geruckel anfühlt, nicht angenehm, weder für denjenigen, der im Rollstuhl sitzt, noch für denjenigen, der ihn schiebt.

Barrierefreiheit hat ihre Grenzen, wo Denkmalschutz oder Altbau nichts anderes zulassen. Vieles aber lässt sich ändern, weshalb im neuen Leitfaden „Barrierefrei durch Braunschweig“ gerade die städtischen Stellen im Verzeichnis in der großen Mehrzahl einen weißen Rollstuhl auf grünem Grund zeigen und damit signalisieren, hier ist der Weg frei für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und für alle, die mit der Kinderkarre oder einem Rollator unterwegs sind. „Es hat sich viel getan“, sagt Wiegel anerkennend. „Es ist noch immer viel Platz nach oben, aber die Stadt sollte man für ihre Anstrengungen loben.“

Dabei geht es nicht nur um Rampe oder Aufzug für Rollstuhlfahrer, sondern beispielsweise auch um taktile Elemente, wie sie etwa sehbehinderten Menschen im Rathaus bei der Orientierung helfen.

Wo die Stadt neu oder umbaut, werden die Belange von Menschen mit Handicap berücksichtigt, und der Behindertenbeirat wacht darüber, dass die diesbezüglichen DIN-Normen eingehalten werden. Nicht selbstverständlich sei hingegen, dass die Stadt die Pläne öffentlicher Bauvorhaben im Vorfeld dem Behindertenrat mit der Bitte um Stellungnahme schickt. „Das ist nicht vorgeschrieben“, betont Wiegel. Jede Woche bekomme er Mails aus dem Hochbauamt. Die aktualisierte Auflage der Barrierefrei-Broschüre ist ebenfalls das Produkt der Zusammenarbeit mit der Stadt. Das Heft, zuletzt war es 2014 herausgegeben worden, soll Menschen helfen, sich auf vorhandene Hindernisse besser vorbereiten zu können und Restaurant, Geschäft oder Arzt gezielt auszusuchen. Essen zu gehen ist übrigens nicht so einfach.

Nicht das Hineinkommen mit dem Rollstuhl sei das Problem, sondern dass es kein barrierefrei zugängliches WC gebe, sagt Wiegel. „Es ist kein selbstbestimmtes Leben, sich immer jemanden krallen zu müssen, der einem hilft“, sagt Wiegel. „Man braucht sich nur einmal den Fuß zu brechen und stellt fest, wie einschränkend diese Welt für Menschen mit Handicap ist“, sagte Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke bei der Vorstellung der Broschüre. Barrierefreiheit sei ein Aspekt der angestrebten Inklusion, bei der alle Menschen gleichberechtigt ins gesellschaftliche Leben einbezogen werden sollen. Daran arbeitet auf seine Weise auch der Behindertenbeirat und hofft, dass in Braunschweig bald eine größere barrierefreie WC-Anlage gebaut wird, die auch die Möglichkeit bietet, Menschen umkleiden oder wickeln zu können.
Zudem würde der Behindertenbeirat sich über ehrenamtliche Unterstützung bei der Datenerfassung für eine „Barrierefrei“-Datenbank freuen. Kontakt: www.behindertenbeirat-bs.de.
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