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Am Hagenmarkt: Warten, warten, warten …

Längere Wartezeiten am Hagenmarkt. Foto: T.A.

Für die Autofahrer heißt es derzeit am Hagenmarkt, sich in Geduld zu üben.

Von Martina Jurk, 17.09.2014.

„Die Ampelschaltung ist falsch“, beschweren sie sich. Lange Rückstaus entstehen, unter anderem wie hier auf unserem Foto auf der Langen Straße. Wer am Hagenmarkt Grün hat, kann trotzdem nicht fahren, weil die Autos davor nicht wegkommen. Der Grund sind längere Grünphasen für die Straßenbahnen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Die Gleise im Kreuzungsbereich Hagenmarkt sind in schlechtem Zustand (wir berichteten). Bis zur Sanierung im nächsten Sommer können die Straßenbahnen dort nur im Schritttempo fahren – aus Sicherheitsgründen. Das heißt, die Bahnen brauchen länger, um über die Kreuzung zu fahren. Demzufolge müssen auch die Grünphasen länger sein. „Die Ampelschaltung der Kreuzung musste der Situation angepasst werden“, erklären die Experten. Längere Wartezeiten für den übrigen Verkehr (Autos, Radfahrer, Fußgänger) seien deshalb nicht zu vermeiden.

Normalerweise sind die Lichtsignalanlagen (LSA) am Hagenmarkt mit den benachbarten Ampeln aufeinander abgestimmt, um sogenannte grüne Wellen zu erzeugen. Die erhebliche Verlängerung der Räumzeiten durch die verringerte Geschwindigkeit der Tram verhindert nun diese Koordinierung.
„Die Verwaltung findet sich natürlich mit der Situation nicht ab“, betont Sprecher Rainer Keunecke. So werde die Situation derzeit beobachtet, und es würden verschiedene Möglichkeiten analysiert, den Verkehrsfluss unter den jetzigen Bedingungen zu verbessern. Zum Beispiel werde geprüft, in den verkehrsarmen Abend- und Nachtstunden die im Normalbetrieb übliche Bedarfsschaltung für die Straßenbahn wieder zu aktivieren (Sensoren registrieren herannahende Straßenbahnen und geben für sie nur dann, zugleich aber bevorzugt „Grün“). Momentan laufe die Ampelanlage am Hagenmarkt mit festen Schaltphasen.

Zu versuchen, die benachbarten Lichtsignalanlagen an die veränderten Schaltphasen der Ampel am Hagenmarkt anzupassen, wäre nicht sinnvoll, so die Experten. Dies würde im Endeffekt an anderen Kreuzungen die „Grüne Welle“ unterbrechen und so zu noch mehr Verzögerungen und Staus führen.
Im Zuge der Änderung der Signalschaltung am Hagenmarkt seien die Technik erneuert und Radfahrersignale (Rot-Gelb-Grün) installiert worden. Mit Einführung der separaten Radfahrersignalisierung könnten Radfahrer nun ohne Zwischenhalt Fahrbahn und Gleise überqueren. Das soll auch so bleiben, wenn die Gleise saniert sind und die Straßenbahnen wieder mit normaler Geschwindigkeit fahren.

Die Verzögerungen der Straßenbahnen am Hagenmarkt haben auch Auswirkungen auf die Einhaltung der Fahrpläne an den nachfolgenden Haltestellen. Das bestätigt Christopher Graffam, Sprecher der Braunschweiger Verkehrs-GmbH, vor allem für den morgendlichen Berufsverkehr. Die Fahrpläne würden deshalb aber nicht geändert.

Hintergrund: Ursprünglich war die Gleissanierung am Hagenmarkt für 2017 geplant. Ein Fachgutachten bestätigte aber den dringlichen Handlungsbedarf. Stadtbezirksrat Innenstadt und Ausschüsse beraten in diesen Tagen darüber.
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