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Alles im grünen Bereich

Fakten, Fakten, Fakten: Braunschweigs Baumkataster ist jetzt online.

Von Marion Korth, 12.08.2012.

Braunschweig. Die Zettelwirtschaft in Form von Karteikarten gehört schon lange der Vergangenheit an. Neu aber ist, dass die digitalen Daten von 95 000 Bäumen im Stadtgebiet nun auch für jeden Bürger im Internet einsehbar sind.

Die interaktive Stadtkarte kann unter www.braunschweig.de/baumkataster aufgerufen werden. Hinterlegt sind Daten wie Art, Alter, Größe oder auch Entwicklungsphase und Vitalität jedes einzelnen Baumes. Wer wissen will, wie der Baum vor seiner Haustür mit „Vornamen“ heißt, kann gezielt mit der Eingabe von Straße und Hausnummer auf die Suche gehen. Wem zum Beispiel die Bäume im Langen Hof besonders gut gefallen, erfährt, dass es sich um Crataegus prunifolia, Pflaumenblättrigen Weißdorn, handelt. Entlang der Straßenbahngleise am Bohlweg wachsen dagegen Kirsch-Äpfel (Malus prunifolia). Besorgte Bürger, die den abgestorbenen armdicken Ast über dem Fußweg schwanken sehen, haben es jetzt ebenfalls einfach, an den Fachbereich Stadtgrün eine genaue Ortsbeschreibung zu geben. „Wir können so viel schneller reagieren. Früher sind viele wertvolle Mitarbeiterstunden bei der Suche nach dem richtigen Baum verloren gegangen“, erläuterte Dezernent Ulrich Stegemann bei der Vorstellung des neuen Portals am Freitag. Trotz Recherche habe die Verwaltung keine andere Stadt im Bundesgebiet gefunden, die ein vergleichbares Baumkataster online hat. Ähnliches sei nur aus Wien und Zürich bekannt, sagte Stegemann.

Im Stadtgebiet gibt es natürlich viel mehr als 95 000 Bäume auf öffentlichen Flächen. In die Datenbank aufgenommen werden aber nur all jene, die direkt an Straßen, auf Kitagrundstücken, Schulhöfen, in Parks oder entlang von Fuß- und Freizeitwegen stehen. Um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, muss die Stadt den Zustand dieser Bäume stets im Blick haben. Angekränkelte Altbäume werden bis zu zweimal jährlich inspiziert und die Baumpflege entsprechend abgestimmt. Der Datenbestand ist nicht starr, sondern wird ständig fortgeschrieben, je nachdem, wo Bäume gefällt, neue gepflanzt oder neue Erkenntnisse über Zustand oder Größe vorliegen. Vermessen werden die Bäume etwa alle zehn Jahre.
Mit dem Alter wächst auch bei den Bäumen die Zahl der pflegebedürftigen Sorgenkinder. Insgesamt aber könne sich der Baumbestand in der Stadt von der Vitalität her sehen lassen, sagte Fachbereichsleiter Michael Loose. Um sie vor Belastungen wie Wassermangel oder Bodenverdichtung besser zu schützen, kämen Jungbäume anders als noch in den 70er Jahren nicht einfach in ein Loch mit Erde, sondern in Spezialsubstrate mit Belüftung. Außerdem wird weniger Salz gestreut.
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