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Alle wollten ein „Mac“ sein

Mit Pauken, Trompeten und Turnkunst: CDU geht energiegeladen in den Wahlkampf.

Von Marion Korth, 06.01.13

Keine Frage, der CDU-Wahlkampfsong „So machen wir das“ hat das Zeug zur neuen Niedersachsenhymne. Gestern in der VW-Halle sangen und klatschten 5000 CDU-Anhänger mit, ließen sich von der Aufbruchstimmung, die Ministerpräsident David McAllister und Bundeskanzlerin Angela Merkel verbreiteten, mitreißen. 14 Tage sind es noch bis zur Landtagswahl am 20. Januar, dann zeigt sich, ob die CDU stärkste Kraft in Niedersachsen bleiben wird und mit der FDP an ihrer Seite (nach Umfragen derzeit noch unter fünf Prozent) weiterregieren kann. McAllister formulierte zwei Ziele für die Zukunft: Haushaltskonsolidierung sowie Investitionen in die Qualität von Bildung. Ob Kinderbetreuungsplätze, Arbeitsmarkt, Schuldenabbau oder Ausbildungsoffensive für Pflegekräfte: Die Regierungsbilanz könne sich sehen lassen.

Na, das hatte sich doch gelohnt. „Es war schön, sie mal persönlich erlebt zu haben.“ Solche und ähnliche Gesprächsfetzen waren bei Hinausgehen zu hören. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident David McAllister hatten gestern leichtes Spiel, alle Sympathie auf sich zu ziehen.

Zur Stärkung gab’s noch eine Packung Kartoffelchips in Buchstabenform mit auf den Weg, die CDU zum Anbeißen sozusagen. Außerdem einen klaren Auftrag der Kanzlerin: „Wenn Sie gefragt werden, wie es denn so war, dann sagen Sie bloß nicht, die Merkel hatte ein rotes Jackett an und hat auch sonst ganz gut gesprochen.“ Also, die Kanzlerin hatte ein rotes Jackett an, aber ihr war etwas anderes wichtig: „Sie sollen 5000 Leuchttürme sein, die im ganzen Land stehen, und Sie sollen den Leuten sagen, dass es bei dieser Wahl nicht um Posten und Pöstchen, nicht um irgendeine Ideologie, sondern um das Leben jedes Einzelnen hier in diesem Land geht“, hatte sie den 5000 Christdemokraten eingeschärft. Es gehe um die Frage, wie die Niedersachsen in den nächsten fünf Jahren leben werden, und wie sie die Weichen stellen für sich, für ihre Kinder und ihre Enkel. „Als Regierung kann man keine Arbeitsplätze aus dem Boden stampfen, aber man kann viel versemmeln – oder ein gutes Klima schaffen für Investitionen“, meinte die Kanzlerin und ließ keinen Zweifel daran, dass Niedersachsen da ganz vorn dabei ist. Der Jade-Weser-Port sei nicht nur nicht teurer, sondern vor allem fertig geworden, sagte sie mit Anspielung auf den Flughafenbau in Berlin und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Ihre direkte, witzige, fast ein bisschen burschikose Ansprache kam bei den angereisten Christdemokraten gut an. Zum Teil mit Bussen waren sie aus allen Landesteilen nach Braunschweig gekommen und bereiteten McAllister und Kanzlerin Merkel einen triumphalen Empfang, klatschten und schwenkten McAllister-Plakate. Livemusik, Trommler und Akrobatik taten ein Übriges, die Wahlkampfshow in Fahrt zu bringen.
Der „Schotte“ warb eindringlich um die Erst- und Zweitstimme der Wähler. „Die FDP wird den Sprung in den Landtag aus eigener Kraft schaffen“, sagte er. Wo die Umfragen von vier Prozent sprechen, seien fünf Prozent in Sicht. Die CDU wolle als stärkste Kraft aus der Landtagswahl hervorgehen. „Und ich möchte als erster Ministerpräsident in die Geschichte eingehen, der einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt“, sagte McAllister.
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