Anzeige

Alle Tage ist kein Sonntag

Ministerpräsident will den Sonntag schützen

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Da hat Wolfsburg etwas falsch verstanden: Bei der angekündigten Einschränkung der Sonntagsöffnungen im DOC geht es nicht ums schnöde Geld, sondern um den Schutz des Feiertages.

Das zumindest betonte Ministerpräsident Christian Wulff am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Stadt in der Burg Dankwarderode (mehr auf Seite 3).
Beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer in der VW-Halle hatte Wulff wenige Tage zuvor angekündigt, sich für eine Einschränkung der Sonntagsöffnungen einzusetzen. Das würde vor allem das Designer Outlet Center (DOC) in Wolfsburg betreffen, das als Ausflugsort sonntags öffnen darf. Als „Paukenschlag“ bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann diese Ankündigung.
Und genauso ist sie offensichtlich in Wolfsburg angekommen, Oberbürgermeister Rolf Schnellecke hat reagiert: „Ich erinnere mich nicht, in meiner knapp 14-jährigen Amtszeit jemals gegen ein Braunschweiger Projekt auch nur mit einem Wort angegangen zu sein“, sagt er.
„Uns geht es vor allem um den Schutz des christlichen Feiertages“, begründete nun Christian Wulff sein Einstehen für den freien Sonntag.

IHK-Präsident Wolf-Michael Schmid hatte auf seinem Neujahrsempfang gefordert, die „faktische Privilegierung von Designer-Outlets in sogenannten Ausflugsorten zu korrigieren.“ Die Lösung sei einfach, „wenn der Gesetzgeber die Sortimente Bekleidung und Schmuck aus dem Sortimentskatalog für Sonntagsöffnungen in Ausflugsorten herausnimmt.“
Und genau hierfür hatte Ministerpräsident Wulff in seiner anschließenden Rede seine Unterstützung zugesagt.
„Von Braunschweig wird eine Welle der Empörung gegen das DOW Wolfsburg losgetreten“, reagierte Oberbürgermeister Rolf Schnellecke. Wolfsburg, gebeutelt von der Monostruktur und der alleinigen Abhängigkeit vom Fahrzeugbau, habe sich vor zehn Jahren auf den Weg gemacht, rund um die entstehende Autostadt, einen touristischen Erlebnisbereich zu entwickeln, erklärte Schnellecke. Ein Designer-Outlet sei von Anfang an Kernbestandteil dieser touristischen Sonderzone gewesen.
Die gesetzliche Neuordnung 2007 sei dem DOC zu Gute gekommen, aber damit habe das Land mit Zustimmung der IHKs und Einzelhandelsverbände nur nachvollzogen, was an anderen Orten selbstverständlich sei.
Mit dem „Angriff“ aus Braunschweig sieht Schnellecke auch regionale Gemeinsamkeiten in Gefahr: „ So kann daraus nichts werden, nicht nach dem Motto: Gut ist, was Braunschweig nützt. Dann kann jeder lieber wieder in die Vergangenheit zurückkehren – mit einem bequemen, ungetrübten Sonntagnachmittag auf dem Sofa.“
Ministerpräsident Christian Wulff betonte nun beim städtischen Neujahrsempfang, dass es ihm vor allem um den Schutz des Sonntages gehe: „Nicht alle Tage sollen Werktag werden“, sagte er, es gehe um den wichtigen christlichen Feiertag, aber auch um gemeinsame Freizeit für Sport und für Familie.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.