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Ab morgen fahren Busse

Verkehrs-AG reagiert nach Tram-Unfällen.

Von Martina Jurk, 08.08.2012.

Braunschweig. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche entgleiste eine Straßenbahn im Baustellenbereich der Wolfenbütteler Straße. Die Verkehrs-AG richtet jetzt einen Schienenersatzverkehr bis zum Ende der Bauarbeiten ein.

Die hintere Achse des Beiwagens einer Tram war am Dienstagmittag der Vorwoche auf Höhe des Zuckerbergwegs stadteinwärts aus den Schienen gesprungen. Am vergangenen Montag kurz nach 8 Uhr entgleiste das dritte Drehgestell einer Tram der Linie 1 hinter der Haltestelle Jahnplatz stadtauswärts. In beiden Fällen musste die Feuerwehr die Wagen mit einem Kran wieder eingleisen. Die Sperrungen der Wolfenbütteler Straße verursachten Verkehrsbehinderungen.
Die Verkehrs-AG reagierte und ersetzt ab morgen (9. August) die Tramlinien M1 und M2 zwischen Hauptbahnhof und Stöckheim beziehungsweise Heidberg durch Busse.

Das Eingleisen des Straßenbahnwaggons am Montag habe sich ähnlich wie in der vergangenen Woche als sehr aufwendig erwiesen, da ein komplettes Drehgestell des Waggons direkt unter der Eisenbahnbrücke aus den Schienen gesprungen sei. Der Kran habe nur mit großen Einschränkungen betrieben werden können, so der Feuerwehr-Einsatzleiter Manfred Breitenbach. In filigraner Kleinarbeit sei es dem Kranführer des Feuerwehrkrans gelungen, die Straßenbahn ohne Beschädigungen einzugleisen.
Die Berufsfeuerwehr war mit 20 Kräften im Einsatz. An Straßenbahn und Gleisbett sei nur geringer Schaden entstanden. Gefahren für Insassen oder andere Beteiligte habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.
Nach Auswertung aller Untersuchungen an der Bahn, der Strecke und an der Weiche steht mittlerweile die Ursache der Entgleisung fest: eine Kletterweiche, die eine Verbindung zwischen zwei Gleisabschnitten herstellt. Kletterweichen seien laut Betriebsanordnung mit Schrittgeschwindigkeit zu befahren. Die Auswertung des Tachos habe eindeutig ergeben, dass das Fahrzeug mit geringer Schrittgeschwindigkeit gefahren ist. Bei der sehr geringen Geschwindigkeit sei es zum kurzzeitigen Auslösen des Bremsvorgangs gekommen, infolge dessen sich das Fahrzeug beim Anfahren aufschaukelte und beim Befahren der Abfahrtrampe der Kletterweiche am dritten Drehgestell entgleiste. Beide Entgleisungen würden nicht im Zusammenhang stehen, betont die Verkehrs-AG. Bei dem ersten Unfall sei ein Stein in den Schienenrillen als Ursache identifiziert worden.
Auffällig ist, dass die Bahnen auf dem betroffenen Streckenabschnitt wie auf einem Damm fahren. Dazu die Verkehrs-AG: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Straßenbahnen auf Dämmen fahren. In Braunschweig ist das zum Beispiel auf dem Streckenabschnitt auf der Stobenstraße der Fall. Die Schienen neigen sich auf solchen Strecken auf die Innenseite, unter anderem leistet diese Lage einen Beitrag dazu, dass Bahnen auch im Falle von Störungen nicht von einem Damm abrutschen könnten. Im Falle der Baustelle sind die Gleislagen auf den Dämmen genau so gesichert, wie auf Dämmen regulärer Strecken! Zu guter Letzt sehen die Sicherheitsvorkehrungen vor, dass der Baustellenabschnitt nur mit reduzierter Geschwindigkeit befahren wird.“
Zur Beschleunigung der Baumaßnahme habe sich die Verkehrs-AG von vornherein die Option offen gelassen, die letzten Abschnitte je nach Baufortschritt während der letzten Ferienwochen unter Vollsperrung zu bauen und einen Schienenersatzverkehr einzurichten. Diese Option werde nun gezogen. Die beiden Entgleisungen auf dieser Strecke hätten die Entscheidung zum Einsetzen von Bussen beschleunigt.

Und so fahren die Ersatzbusse für die Tramlinien M1 und M2 zwischen Hauptbahnhof und Stöckheim beziehungsweise Heidberg ab morgen (9. August) bis voraussichtlich 31. August:

Beide Linien fahren vom Hauptbahnhof über Bürgerpark, Wolfenbütteler Straße und Melverode und bedienen die Ersatzhaltestellen in Höhe der Stadtbahnhaltestellen.
Die Haltestelle „HEH Kliniken“ befindet sich am Kreisel in Melverode, die M1-Haltestelle „Trakehnenstraße“ kann nicht bedient werden.
Die Endhaltestelle „Anklamstraße“ der M2 befindet sich in der Einmündung Stralsundstraße, die Ersatzhaltestelle „Erfurtplatz“ ebenfalls in der Stettinstraße vor der Einmündung in den Sachsendamm.
Um die Anschlüsse an die Straßenbahn am Hauptbahnhof sicherzustellen, fahren die Busse bis zu sieben Minuten früher in Stöckheim und im Heidberg ab.
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