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Ab Mai wird der Puls gemessen

Wie verteilen sich die Kundenströme in der Innenstadt? Stadtmarketing und Arbeitsausschuss Innenstadt würden gerne eine lasergestützte Frequenzmessung einführen. Nach Verzögerungen ist jetzt der Start für Ende Mai geplant. Foto: Nizar Fahem

Lasergestützte Frequenzzählung startet mit Verspätung – noch werden Hausfassaden gesucht.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 19.03.2016.

Braunschweig. Eigentlich sollte die Aktion schon im vergangenen Jahr an den Start gehen, doch es gestaltete sich schwieriger, als erwartet: Der Beginn für die lasergesteuerte Frequenzmessung in der Innenstadt ist jetzt für Ende Mai geplant.

„Wir haben in der Vorbereitung zu dem Projekt relativ schnell gemerkt, dass unser ehrenamtlich arbeitender Vorstand so ein Projekt nicht stemmen kann“, erzählt Heinz-Werner Kretschmann jetzt bei der Mitgliederversammlung des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI).

Inzwischen hat das Stadtmarketing Planung und Umsetzung übernommen, doch auch die Profis stoßen an ihre Grenzen. „Die Verhandlungen mit den Immobilieneigentümern gestalten sich auch für uns mitunter schwierig“, berichtet Sebastian Hallmann, Projektkoordinator Citymanagement. „Unglücklicherweise gab es kurz nach dem Projektstart 2014 die ersten Schlagzeilen über den NSA-Abhörskandal“, erzählt Hallmann, „seitdem sind viele Menschen noch sehr viel vorsichtiger geworden.“

Das trifft auch auf die Immobilienbesitzer zu. Zudem gehören einige der infrage kommenden Bauten weltweit agierenden Immobilienfonds, die sich gar nicht erst zurückmelden, oder aber sie haben mehrere Eigentümer, so dass schon eine Gegenstimme das Gelingen scheitern lässt.

„Damm und Langer Hof sind zwei Standorte, an denen wir noch kein Gebäude für die Anbringung unsere Scanner sicher haben“, bedauert Hallmann.
Er appelliert an Hausbesitzer, sich bei ihm zu melden und damit den Erfolg der Aktion zu sichern.

„Für uns vom Stadtmarketing ist so eine Zählung enorm viel wert“, erklärt er den Sinn der Sache, „wir messen sozusagen, wie vital das Herz der Stadt schlägt, wir kontrollieren den Puls, können reagieren, wenn irgendwo etwas schief läuft.“

Bisher werden diese Zählungen manuell durchgeführt. „Drei Tage im Jahr“, sagt Hallmann, „mit den Laserscannern würden wir die Daten von 365 Tagen bekommen.“

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Stadt Osnabrück, wo das System seit einem Jahr läuft. „Dort ist man sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, bestätigt AAI-Vorstand Heinz-Werner Kretschmann, „so konnte man durch die Bewegungsfrequenzen auf Veranstaltungen und andere Aktionen in der Stadt reagieren, zum Beispiel mit einer kurzfristigen Aufstellung von mehr Müllbehältern.“

Ende Mai soll das Pilotprojekt starten, als erste Standorte geplant sind Langer Hof, Hutfiltern, Damm, Sack und Schuhstraße – sofern sich genügend Hausbesitzer finden, die mitmachen.

Die Kosten für das erste Jahr inklusive der Installierung betragen rund 15 000 Euro. Geplant ist ein Refinanzierungsmodell. „Wir werden die Daten dem AAI und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, können uns aber auch gut vorstellen, bestimmte Zählungen für einzelne Standorte zu verkaufen“, sagt Hallmann.

Info:

Für die lasergestützte Frequenzmessung wird ein Messgerät in acht bis 15 Meter Höhe an einer Hauswand angebracht. Der Kasten ist ungefähr 24 mal zwölf Zentimeter groß und wiegt rund 2600 Gramm.
Vier auf den Boden projizierte, unsichtbare Linien ermöglichen eine permanente Erfassung der Passanten und Differenzierung der Laufrichtung. Datenschutzrechtlich gilt diese Erfassung als unbedenklich. Geplant sind zunächst fünf Scanner an fünf Standorten. Für Damm und Langer Hof fehlen noch passende Immobilien.
Wer seine Hausfassade für die Aktion zur Verfügung stellen mag, melde sich bei Projektkoordinator Citymanagement Sebastian Hallmann, Telefon 470-32 49.
E-Mail: sebastian.hallmann@braunschweig.de.
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