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7 neue Fälle an einem Tag

Schweinegrippe: 52 haben sich bislang infiziert, die meisten in Spanien

Von Marion Korth

Braunschweig. „Gestern Nachmittag sind mir fünf neue Fälle gemeldet worden, heute Vormittag zwei.“ Damit hat sich nach Informationen der Gesundheitsamtsleiterin Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg die Zahl der mit dem neuen Grippe-Virus H1N1 infizierten Braunschweiger von 45 am Montag auf 52 bis gestern Mittag erhöht.

Die Gesundheitsamtschefin geht aber von einer höheren Dunkelziffer aus.
Es sind die Reiserückkehrer überwiegend aus Spanien, die die „Schweinegrippe“ mit nach Hause bringen und die Zahl in Braunschweig steigen lassen. Akut krank sind derzeit noch 15 zumeist jüngere Menschen zwischen 18 und 28 Jahren. Gezählt wird nämlich bereits seit Anfang Juli, die meisten haben die „Schweinegrippe“ also schon hinter sich. Bei den jüngeren Patienten sei die Krankheit relativ mild verlaufen. „Aber das hängt sehr von der jeweiligen Person ab“, sagte Pfingsten-Würzburg. Ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen müssten hingegen mit schwerwiegenderen Folgen rechnen.
Die meisten haben sich in Spanien angesteckt. „Mallorca und lloret de Mar sind dabei führend, außerdem noch Bulgarien und Einzelfälle aus den Staaten“, sagt die Gesundheitsamtschefin. In den nächsten Tagen rechnet sie mit weiteren Kranken. An Reiseveranstalter seien spezielle Informationen mit Hinweisen für Urlauber weitergegeben worden.
Nach den bisherigen Erkenntnissen haben sich nur zwei Menschen direkt in Braunschweig angesteckt. Gesundheitsamtschefin Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg hofft, dass es gelingt, diese so genannte autochthone Verbreitung im Griff zu halten. Bislang sei das sehr gut gelungen, weshalb die Grippewelle noch nicht wirklich in Gang gekommen ist.
Im Klinikum ist bislang ein Jugendlicher behandelt worden. „Aber auch das nur zur Sicherheit, weil er unter Asthma leidet“, sagte Pressesprecherin Marion Lenz der nB. Nur wenige Leute kämen mit Symptomen direkt ins Krankenhaus, und das ist auch gut so. Viele würden sich vorher telefonisch melden und könnten dann an ihren Hausarzt verwiesen werden.
Einen Schnelltest, der schon nach vier Stunden ein erstes Ergebnis liefern sollte, gibt es übrigens nicht mehr. „Der hat sich als zu unzuverlässig herausgestellt“, erläuterte Lenz. Stattdessen werde nun ein Abstrich gemacht und an das Landesgesundheitsamt zur Untersuchung geschickt. Nach zwei Tagen gibt es dann eine verlässliche Aussage.
Es wird erwartet, dass die saisonale Grippe und die neue Grippe im Herbst die Zahl der Kranken steigen lassen wird. Die Impfung gegen das neue Virus soll aber verhindern, dass sich immer mehr Menschen anstecken und damit die Gefahr wächst, dass der Erreger „mutiert“ und ein aggressiveres Virus entsteht. „Wir erwarten den Impfstoff für Oktober“, sagte Pfingsten-Würzburg. Bislang gebe es aber noch keine Maßgaben, wie viel Impfdosen Braunschweig zur Verfügung gestellt werden. Weil das noch offen ist, sei auch noch kein Impfkonzept erstellt worden. Vorrang haben zunächst einmal Ärzte und anderes medizinisches Personal sowie Mitarbeiter der Stellen, die für die öffentliche Sicherheit zuständig sind.
Unterdessen hat bereits der Streit darüber begonnen, wer die Kosten für die Impfungen tragen soll. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen den Bund in der Pflicht, schließen ansonsten Beitragserhöhungen nicht aus. Dr. Carola Reimann, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hält diese Drohungen für „nicht zielführend. Die Impfung sei eine sinnvolle und erforderliche Schutzmaßnahme zur weiteren Eindämmung der Pandemie. „Die Impfkosten stehen in keinem Verhältnis zu den möglichen Folgekosten, die den Kassen durch eine unterlassene Impfung oder eine weiter ungedämmte Ausbreitung der Pandemie entstünden. Die Behandlung bei Influenzaerkrankungen ist Kassenleistung“, argumentiert sie.
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