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5500 Ideen für die Stadt der Zukunft

„Denk Deine Stadt“: Vorschläge der Braunschweiger gesammelt – Dazu „Gläserne Werkstatt“ am 11. Januar 2016.

Von Martina Jurk

Braunschweig, 27.11.2015. Wie stellen sich die Braunschweiger ihre Stadt der Zukunft vor? Mehr als 5500 Vorschläge haben die Bürger gemacht. „Beachtlich“, befand Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer während einer Zwischenbilanz. Die erste Phase im Beteiligungsprozess „Denk Deine Stadt“ ist abgeschlossen.

Ab 21. September waren die Bürger aufgefordert worden zu sagen, was ihnen in Braunschweig fehlt, was verändert werden sollte und was so bleiben kann, wie es ist.
43 Prozent von ihnen teilten der Stadtverwaltung mit, wo sie sich Veränderungen wünschen, 38 Prozent fehlt etwas in der Stadt und 19 Prozent sind zufrieden damit, wie es ist. „15 Prozent zählten nicht nur Missstände auf, sondern machten auch konkrete Lösungsvorschläge, wie diese behoben werden könnten. Online waren es sogar 33 Prozent“, ist Julian Petrin, Geschäftsführer der Agentur Urbanista, beeindruckt. Urbanista befragte die Bürger im Auftrag der Stadtverwaltung.
Gefragt wurden die Braunschweiger unter anderem beim Stadtcheck, mit einer Postkartenaktion, an On-Tour-Stationen, online, bei einem Workshop mit Schülern und vielen Gesprächen. Petrin habe festgestellt: „Es herrscht eine konstruktive Stimmung in der Stadt.“ Die Antworten wurden gebündelt und in 29 Zukunftsaufgaben formuliert.

Bei den Themen beschäftigten sich 28 Prozent der Beiträge mit Verkehr und Mobilität, 23 Prozent mit Umwelt und Klima, 22 Prozent mit Wohnen und Inklusion, 19 Prozent mit Quartieren, Stadtbild, Lebensumfeld und acht Prozent mit Wirtschaft und Wissenschaft. „Themen wie der VW-Abgasskandal und die Flüchtlingskrise haben keine Rolle gespielt und andere Themen nicht überlagert“, meinte Petrin.

Ganz oben auf der Wunschliste der Braunschweiger steht die Verschönerung von Parks und Plätzen. „Was uns erstaunt hat, ist der Wunsch nach Orten für Populär- und Subkultur, die Gastronomie, Nachtleben, ein soziokulturelles Zentrum und auch kostenlose Angebote in der Stadt einschließt“, sagte Heinz-Georg Leuer. Ebenso überrascht seien die Stadtforscher darüber, dass das Thema „Gesunde Stadt“, also Sport-, Bewegungs- und Gesundheitsangebote, kaum aufgetaucht sei.

Anhand der Beiträge der Bürger seien Schwerpunkträume ausgemacht worden. „Diese Räume orientieren sich nicht zwangläufig an den bekannten Stadtbezirksgrenzen“, erklärte Julian Petrin. Wichtig sei den Bürgern demnach die Innenstadt. Damit würden sich die meisten Beiträge beschäftigen.

Wie geht es weiter?
Jedem Schwerpunktraum werden nun spezifische Zukunftsaufgaben zugeordnet. Dazu gibt es die „Gläserne Werkstatt“ am 11. Januar im Kongresssaal der Stadthalle. „Dort wollen wir gemeinsam mit den Bürgern sowie Experten mögliche Lösungen für die Zukunftsaufgaben in den Schwerpunkträumen erarbeiten“, erläuterte Leuer den weiteren Prozess.
Die Lösungen sollen in einen Entwurf für das Zukunftsbild einfließen, der in einer weiteren Veranstaltung im kommenden Jahr vorgestellt werde. Auch dann bestehe wieder die Möglichkeit, sich einzubringen, bevor das Zukunftsbild abschließend dem Rat der Stadt zum Beschluss vorgelegt werde.

Zukunftsaufgaben

•Historische Bezüge wiederherstellen
• Die Zentrumsfunktion der Innenstadt stärken
• Braunschweig zur Fahrradstadt machen
• Das Stadtbild der Quartiere stärken
• Neue Mobilitätsangebote etablieren
• Die Quartiere als Lern- und Bildungsorte
• Die Stadt der kurzen Wege umsetzen
• Den Fahrzeugverkehr flüssig halten
• Braunschweig zur „Walkable City“ machen
• Den ruhenden Verkehr stadtverträglich gestalten
• Stadt und Region zusammendenken
• Braunschweig sicherer machen
• Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen schaffen
• Benachteiligungen abbauen
• Gleiche ÖPNV-Qualität in allen Stadtbereichen herstellen
• Stadt erweitern
• Klima und Ressourcen schützen
• Das Miteinander der Kulturen fördern
• Inklusion fördern
• Innenentwicklung vor Außenentwicklung
• Die Umweltqualität verbessern
• Orte für Populär- und Subkultur schaffen
• Die Mitmach-Stadt etablieren
• Die Natur besser erlebbar machen
• Parks und Plätze erhalten und verschönern
• Sport und Bewegung fördern
• Die Wirtschaft stärken (zu global)
• Die Hochschulen besser integrieren
• Die Hochkultur sichern
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