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25.11.2015: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen - SoVD Braunschweig spendet an Frauenhaus und übt scharfe Kritik

von links nach rechts: Ute Sprenger (SoVD Braunschweig), Aurima Cramm (Frauenhaus Braunschweig) und Edda Schliepack (SoVD Braunschweig)
Braunschweig: SoVD-Beratungszentrum | Anlässlich des „Internationales Tages gegen Gewalt an Frauen“ – am 25.11.2015 – übergab der Braunschweiger Kreisverband des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) an diesem Tag einen 1.000 Euro Gutschein an Aurima Cramm, Mitarbeiterin des Braunschweiger Frauenhauses. „Die Situation der unter Gewalt leidenden Frauen in Deutschland ist dramatisch – sowohl die finanzielle Situation der Frauenhäuser als auch die Gesetzeslage ist inakzeptabel“, sagt Ute Sprenger, Frauensprecherin beim SoVD-Braunschweig. "Das Gesetz gegen den sexuellen Missbrauch gehört auf den Prüfstand. Eine sexuelle Handlung gegen den ausdrücklichen Willen der betroffenen Person ist in Deutschland immer noch nicht strafbar", erklärt SoVD-Bundesfrauensprecherin und 1. Kreisvorsitzende in Braunschweig, Edda Schliepack.

„Das heißt, wenn sich das Opfer beispielsweise nicht ausdrücklich und körperlich gewehrt hat, weil der Vergewaltiger mit der Bedrohung der Kinder oder Schutzbefohlenen den Widerstand der Frau umgangen hat, kann er straffrei ausgehen. Auch widerstandsunfähige Personen sind davon betroffen. Beispielsweise sind Frauen im Wachkoma, Frauen nach einem epileptischen Anfall oder nach einer Operation nicht in der Lage, ihren Willen kund zu tun“, berichtet Schliepack. Aus Sicht der Frauensprecherin müssen diese gravierenden bestehenden Gesetzeslücken im Sexualstrafrecht geschlossen werden, denn nur die wenigsten Sexualstraftaten werden verurteilt. "Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass das Strafmaß bei sexuellem Missbrauch widerstandsunfähiger Personen gleich ist", führt Schliepack aus.

Rund 35 Prozent der Frauen in Deutschland erleiden körperliche oder sexuelle Gewalt. Frauen mit Behinderung erleben noch häufiger Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Allein in 2013 wurden im Gebiet der Polizeidirektion Braunschweig insgesamt 1.460 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. In 1.125 Fällen waren Frauen als Oper betroffen. Dem gegenüber gibt es viel zu wenige Plätze in den Frauenhäusern, die häufig hilfesuchende Frauen abweisen müssen. Niedersachsenweit waren es fast 11.000 Fälle.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wurde 1999 durch die Vereinten Nationen offiziell initiiert. Jährlich finden am 25. November Aktionen und Gedenkveranstaltungen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegen Frauen statt.

Der Sozialverband in Braunschweig

Neben der sozialpolitischen Lobbyarbeit und der durch den TÜV und unabhängige Berater zertifizierten sozialen Rechtsberatung rund um die Themen Rente, Pflege, Gesundheit, Behinderung und Hartz IV leistet der SoVD Service in den Bereichen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Außerdem bietet der SoVD seinen Mitgliedern und Braunschweiger Bürgern eine Gemeinschaft. „Denn neben zwei öffentlichen Begegnungszentren in Braunschweig organisieren unsere 12 Ortsverbände in der Stadt regelmäßig Treffen, Fahrten und Veranstaltungen. Oft leiden Senioren oder sozial Benachteiligte unter Isolation und Einsamkeit, wir möchten gegensteuern“, erklärt Schliepack.

Nähere Informationen zum SoVD in Braunschweig gibt es im Internet unter www.sovd-braunschweig.de. Das Beratungszentrum, Bäckerklint 8 (Innenstadt), bietet Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9-12 Uhr die Beratung an. (Tel.: 05 31/480 760, E-Mail: info@sovd-braunschweig.de). Der Mitgliedsbeitrag beträgt höchstens 5 Euro pro Person im Monat.
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