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10 000 Menschen aus der gesamten Region zeigten Gesicht gegen Ausländerfeindlichkeit

Oberbürgermeister Ulrich Markurth (Foto: Thomas Ammerpohl)
  Großer Auftritt einer demokratischen Mehrheit gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit, Von Ingeborg Obi-Preuß, Braunschweig, 19. Januar 2015.

Das macht Mut: Mit einem bewegenden Auftritt haben gestern Abend rund 10 000 Demokraten eine Gruppe „Bragida“-Demonstranten in jeder Beziehung in die Ecke gestellt.

„Ich bin stolz auf jeden, der heute hier ist“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth auf dem Schlossplatz, wo von einer kleinen Bühne aus prominente Redner für Toleranz und Weltoffenheit eintraten.
Unter anderem erklärten TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach und Joachim Klement, Intendant des Staatstheaters, wie sehr ihre jeweiligen Institutionen von der Internationalität lebten. „Wer Fremden feindlich begegnet, ist nicht würdig, Mitglied unserer Hochschule zu sein“, zitierte Hesselbach aus dem Leitbild seiner Hochschule.
Klement sprach von der Kunst, die lehren könne, dass es keine einfachen Wahrheiten gebe. Der Demagogie von Pegida sei nur eine Stärkung der Freiheit entgegenzusetzen. Eine Einschränkung wie in Dresden müsse die absolute Ausnahme bleiben. Es sei unerträglich, dass muslimische Mitbürger zu Sündenböcken gemacht würden.
Das „Bündnis gegen Rechts“ hatte für den Schlossplatz ein Kulturprogramm mit Reden, Musik und Tanz organisiert, frisch und witzig moderiert durch den Satiriker Thorsten Stelzer. Der über die Absurdität schon des Namens „Bragida“ witzelte, und eine Überfremdung, wenn überhaupt, aus ganz anderer Ecke vermutete: „Es gibt eher in jeder muslimischen Großstadt eine McDonald-Filiale, als in jeder deutschen Großstadt eine Moschee.“
Vor der Kundgebung am Schloss hatten sich mehr 800 Menschen im Dom zu einer ökumenischen Andacht versammelt. „Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit“, hatte Dompredigerin Cornelia Götz den niederländischen Philosophen Baruch de Spinoza zitiert, der vor gut 400 Jahren lebte.
Menschen und ihre Ängste müssten ernst genommen werden, sagte Landesbischof Christoph Meyns, „dumme Parolen aber müssen nicht ernst genommen werden.“ Zwar sollten die Probleme benannt und wahrgenommen werden, aber das dürfe nicht zu Ablehnung führen, sondern zum aktiven Mitanpacken, um die Probleme zu lösen, forderte er.
„Jetzt kommt es darauf an, Gesicht zu zeigen“, fügte die Dompredigerin an. Und damit das gut gelänge, gab es am Ausgang nach dem Gottesdienst Kerzen, mit denen die Menschen zum Schloss zogen.
Ach ja: Die Bragida-Demonstranten gab es auch noch. Rund 500 Menschen standen – sorgsam abgetrennt und isoliert – eher verloren in der Kälte rum. Die Lautsprecheranlage funktionierte zunächst nicht, auf den „Spaziergang“ durch die Stadt sei nach „einem gemeinsamen Gespräch“ verzichtet worden, erklärte Polizeisprecher Jochen Grande. Rund 300 dieser Demonstranten seien der Polizei aus rechtsextremen Kreisen bekannt, sagte Grande, die meisten davon seien aus dem Umland angreist, unter anderem aus Hildesheim und Hannover. Die Lautsprecheranlage funktionierte dann doch irgendwann, die Reden dieser Demonstration gingen aber im wütenden Gebrüll von Gegendemonstranten unter.
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6 Kommentare
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Thorsten Köster aus Braunschweig - Innenstadt | 20.01.2015 | 11:51  
7
B. F. aus Braunschweig - Innenstadt | 20.01.2015 | 20:18  
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Thorsten Köster aus Braunschweig - Innenstadt | 21.01.2015 | 09:50  
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mpu24 Fachberatung aus Braunschweig - Innenstadt | 22.01.2015 | 23:25  
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Thorsten Köster aus Braunschweig - Innenstadt | 23.01.2015 | 09:33  
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mpu24 Fachberatung aus Braunschweig - Innenstadt | 23.01.2015 | 22:03  
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