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Zeit für Vogelfütterungen

NABU: Billigfutter enthält minderwertigste Füllstoffe.

Braunschweig, 02.12.2014.

Die Temperaturen fallen nachts bis kurz vor den Gefrierpunkt und tagsüber bleibt das Thermometer im einstelligen Bereich. Höchste Zeit, wieder die Futterplätze für die bei uns überwinternden Kleinvögel einzurichten.

Denn dass erst bei Minusgraden oder gar Schneelagen gefüttert werden soll, wird schon lange nicht mehr empfohlen. "Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein etwa sperlingsgroßer Vogel in einer kalten Nacht rund zehn Prozent seiner Körpermasse verliert", so Carlo Fuchs, Ornithologe und Vorsitzender des NABU. "Gerade für Kleinvögel ist es daher überlebenswichtig, dass dieser prozentual enorme Gewichtsverlust noch vor der nächsten Nacht ausgeglichen wird – und dabei sind gerade in der nahrungsarmen Winterzeit bereits bekannte Futterstellen natürlich eine effektive Hilfe."
Allerdings weist der NABU darauf hin, dass man bei der Einrichtung von Futterstellen unbedingt eine Reihe von häufig gemachten Fehlern vermeiden sollte. "Insbesondere die althergebrachten Futterhäuschen, in denen die Vögel herum hüpfen und auf das Futter koten können, bringen mehr Vögel um die Ecke, als über den Winter", so Fuchs. "Sie gehören deshalb entsorgt und durch moderne Futterspender ersetzt. Denn ähnlich wie auf dem ebensowenig empfehlenswerten sogenannten `Streufutter´ werden hier von Salmonellen bis Trichomonaden jede Menge tödlicher Krankheitserreger verbreitet. Und in beiden Fällen kann das Futter zudem von Regen oder Schnee durchnässt werden – beste Grundlage für die rasante Vermehrung von Bakterien und diversen Keimen. In unserer Geschäftsstelle bieten wir deshalb ausschließlich Futterröhren an, bei denen die Vögel nur von Sitzstangen aus Futter durch kleine Öffnungen aus dem schützenden Spender entnehmen können! Und auch für die Arten, die Futter nur vom Boden aufnehmen, gibt es spezielle Boden-Futtersilos."
Ebenso wichtig ist laut dem NABU, kein Billigstfutter zu kaufen, da dieses vielfach aus minderwertigsten Inhaltsstoffen besteht und sogar mit unverwertbaren Füllstoffen gestreckt wird. "Ein ganzer Eimer Meisenknödel für 4,99 Euro, an dem der Handel, der Hersteller und dessen Zulieferer noch etwas verdienen – da kann nichts Gutes drin sein! Neben minderwertigsten Abfallfetten werden hier meist auch Füllstoffe wie Sägemehl, feine Sägespäne und Asche zusammengerührt. Wen wundert es da noch, dass solche üblen `Beton-Knödel´ selbst bei kältestem Winterwetter kaum angerührt werden. Von uns würde ja auch niemand ranziges Asche-Müsli mit Sägespänen essen. Darüber hinaus werden viele Körnermischungen mit Futterweizen gestreckt. Der ist billig, wird aber allerhöchstens von Kranichen oder Wildschweinen gefressen – beides Arten, die sich nicht unbedingt auf der Sitzstange eines im Garten oder am Haus aufgehängten Futterspenders einfinden."
"Aber auch an die eigene Gesundheit sollte jeder beim Futterkauf denken!", mahnt Fuchs. "So legen wir in der NABU-Geschäftsstelle äußersten Wert darauf, dass unser zum Kauf angebotenes Vogelfutter nicht nur hochwertig und energiereich ist, sondern insbesondere auch Ambrosia-befreit. Das aufwendige Filterverfahren macht unsere auf die unterschiedlichen Artengruppen zugeschnittenen Futtermischungen zwar etwas teurer, aber das ist allemal besser, als wenn man sich das hochallergene Teufelszeug Ambrosia in den Garten aussät. Denn die Beifuß-Ambrosie ist quasi in ganz Südost-Europa in den Sonnenblumen-Feldern verbreitet, so dass sich deren Samen unweigerlich zwischen den in aller Regel von dort stammenden preisgünstigen Sonnenblumenkernen befinden – und bei Billigfutter auch darin belassen werden. Sogar das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) warnt in einem Flyer ausdrücklich vor mit Samen der Beifuß-Ambrosie verunreinigtem Vogelfutter!"
Salzige Küchenabfälle, wie zum Beispiel Salzkartoffeln, sind übrigens ebensowenig als Zusatzfutter geeignet, wie Brotreste, die im Magen der Vögel aufquellen.
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