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XXL-Bausatz verkürzt Bauzeit

Neuer Beobachtungsturm wurde balkenweise angeliefert und soll Ende der Wochen stehen.

Von Marion Korth, 20.02.2013.

Braunschweig. Ikea für Fortgeschrittene. Nicht im Wohnzimmer, sondern im Naturschutzgebiet Riddagshausen zwischen Mittel- und Schapenbruchteich wird der neue Vogelbeobachtungsturm aufgebaut. Ende der Woche soll der XXL-Bausatz stehen.

Länger dürfte es nicht dauern, das Zeitfenster bevor die Brutzeit beginnt schlägt Ende Februar zu. Die Bauherren, die beiden Umweltverbände BUND und Nabu, sind froh, dass es jetzt so fix geht. Bis alle Genehmigungen vorlagen, wurde es Januar, erst dann hatte die Dachdeckerei und Zimmerei Meier aus Lengede den Auftrag erhalten. Nicht mehr viel Zeit, um das Holz zu trocknen und mit Computerhilfe passgenau zuzuschneiden. Der Vorteil: Die einzelnen Balken und Streben können jetzt schnell ohne Sägearbeiten vor Ort montiert werden.
Nachdem der alte Beobachtungsturm im Herbst 2011 von Brandstiftern abgefackelt wurde, waren nur die acht Meter tief in den Boden reichenden Punktfundamente übriggeblieben. Nach einer statischen Prüfung wird auch der neue Turm auf ihnen stehen. Vorgabe der Versicherung, die den Brandschaden bezahlt, war es, dass der Turm aussieht wie sein Vorgänger, weshalb die Entwürfe von Architekturstudenten wieder in der Schublade verschwinden mussten. „Aber wir haben Verbesserungen eingebaut“, sagt Architekt und Nabu-Mitglied Jörg Tarrach. Dazu zählen die eingelassenen Sehschlitze für kleine Kinder sowie zusätzliche Versteifungen, damit Erschütterungen beim Hinaufsteigen nicht das ganze Bauwerk erzittern und die Spektive zur Vogelbeobachtung beben lassen. Eine weitere Verbesserung ist der „eingebaute Holzschutz“. Douglasie muss wegen ihres hohen Harzgehaltes nicht gestrichen und geschützt werden. Der Rotton des Holzes wird allerdings bald von einer grauen Patina verdeckt.
„Wir verstehen uns als Partner“, betonte Robert Slawski für den BUND. Dem Neuaufbau waren ein paar Misstöne vorangegangen (die nB berichtete), zunächst hatten die beiden Verbände sich nicht einig werden können, wer von ihnen den Turm in welcher Form neu aufbaut. Der gemeinsame Neuanfang ist jetzt aber beschlossene Sache, die Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung mit der Stadt, die das Grundstück pflegt und zur Verfügung stellt, nur noch eine Formalität. Für die Bauunterhaltung wird nach dem BUND für die nächsten Jahre der Nabu zuständig sein. Der Turm aber steht allen offen: Den Rangerinnen im Naturschutzgebiet ebenso wie den Umweltverbänden für ihre Führungen, darüber hinaus jedem Spaziergänger, der des Weges kommt.
Zur offiziellen „Erstbesteigung“ sind Braunschweigs Bürger am 13. April eingeladen, dann veranstaltet der Nabu die alljährliche „Bird Watch“ im Naturschutzgebiet Riddagshausen.
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