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Wer schützt hier die Landschaft ?

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte schon im letzten Jahr meinen Unmut über die Erstellung eines Kletterparcours im Landschaftsschutzgebiet Timmerlaher Busch geäußert. Grundsätzlich spricht nichts gegen den Bau eines solchen Parcours, an dem sich motorisch auffällige Menschen, wie Primaten grölend von Baum zu Baum schwingen...Die gestressten Menschen brauchen einen Ausgleich und suchen nach einer wirklichen Herausforderung. Aber bitte nicht in einem Schutzgebiet, in dem die Landschaft geschützt werden sollte. Es hätte nichts gegen eine Errichtung in einem Park gesprochen.
Bei der Mitverfolgung der örtlichen Medien konnten alle Bürger Differenzen bei der Genehmigung des Kletterparks verfolgen – schlussendlich wurde der Bau genehmigt und der Schutz des Gebietes bleibt auf der Strecke.
Bei Spaziergängen während der letzten Tage hat der Raubbau an der Natur im Eingangsbereich des Kletterparks sein erstes hässliches Gesicht gezeigt. Gebüsche , Erlen und junge Eichen mussten der Motorsäge weichen. Die Vegetation, die dem Waldboden in wärmeren Zeiten seine natürliche Leistungskraft erhält und die Grundlage für einen leistungsstarken Wald bildet, wird mit diesem massiven Eingriffs zerstört. Mit ökonomischer Nachhaltigkeit und einem naturnahen Waldbau, hat das nichts zu tun.
Mit Blick auf die letzte Waldinventur, fehlen unserem Staat über eine Milliarde Bäume. Das sind tausend Millionen Bäume. Unvorstellbar und doch real.
Ich stelle mir die Frage: warum zerstören wir das, was wir so dringend brauchen? Wir suchen doch eigentlich Regenerationsraum für unsere verkorkste Umwelt. Wir wollen eben mal raus aus der Stadt und den ganzen Abgasen. Wir suchen einen intakten Wald für unsere Spaziergänge und Ausflüge. War mag nicht die duftende Nässe eines naturnahen Waldes, die beim Durchdringen der warmen Sonnenstrahlen vom Waldboden auftaucht...und der Blick über schöne grüne intakte Böden – und Baumlandschaft streift. Die Menschen nehmen einen großen Weg in Kauf, um dieses Waldstück aufzusuchen. Warum zerstören wir das, was wir doch alle eigentlich suchen und brauchen?
Ein Landschaftsschutzgebiet ist an verschiedene Gesetze und einer eigenen Verordnung (Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Timmerlaher Busch) geknüpt...
In § 2 der o.a. Verordnung heißt es: „In dem geschützten Gebiet ist es verboten, die Natur zu schädigen, den Naturgenuss zu beeinträchtigen oder die Landschaft zu verunstalten.“
§ 3 sagt aus : (1)Verboten ist insbesondere:
a) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören(...).
An welche Vorgaben halten wir uns eigentlich noch?
Sind wir so bei der Suche nach der Befriedigung von niederen Instinkten dazu verkommen, Gesetze und elementare Vorgänge auszublenden?
Ist die Erwirtschaftung von Gewinnen so maßgebend, dass wir die letzten Ruhezonen unserer Stadt bis auf das Mark ausschlachten? Im März 2013 wurden schon 2 Hektar eines über 200 Jahre alten Kulturwaldabschnittes gerodet. Ein solch alter Waldbestand mit vielen einzelnen Habitaten sucht seines Gleichen in unserer Region. Hat gesucht...
Ich stelle mir auch die Frage, welche Funktion der Aufsichtsbehörden hier zukommt?
Der Steuerzahler leistet sich Behörden, die Summen im fünfstelligen Bereich allein im kommunalen Bereich für sich beanspruchen. Ist es sinnvoll diese Gelder auszugeben, wenn die Dienstposteninhaber die Landschaft meiner Meinung nicht nach den gültigen Gesetzen und Verordnungen schützen?
Wer schützt denn hier die Landschaft?
Eigentlich wollte ich das Waldstück auf meinen Spaziergängen meiden, weil mich der Raubbau im Inneren sehr trifft und ein sehr passendes Beispiel am Verfall unserer Umwelt zeigt. Ich bin dann doch wieder hingegangen...denn wer wegschaut, wird irgendwann von seinem Gewissen und Verstand gefressen!
Tobias R.
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1 Kommentar
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Klaus Nagel aus Braunschweig - Innenstadt | 19.01.2015 | 22:27  
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