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Wenn Bäume weinen könnten …

Ein Bild des Jammers: Die schönen jungen Platanen auf der Hamburger Straße haben ihr Laub fast komplett abgeworfen. Die neu gepflanzten Bäume sind verdorrt. Foto: T.A.
 
Schönes Beispiel: Diese Bäume (Baumhaseln) befinden sich in Top-Zustand, sie wurden im Zuge der Twetenumgestaltung neu gepflanzt. Foto: Marion Korth

Trostloser Anblick: Neu gepflanzte Bäume sind vertrocknet – Warum wurden sie nicht gewässert?

Von Marion Korth, 23.07.2016.

Wir haben gemurrt und gemeckert: Zu kalt, zu nass war uns dieser Sommer. Jetzt reichten ein paar Tage mit tropischen Temperaturen, dass es nun doch die ersten Hitzeopfer, wenn nicht Hitzetoten zu beklagen gibt: Die entlang der Straßenbahngleise an der Hamburger Straße neu gepflanzten Platanen – an die 30 Bäume – geben ein einziges Bild des Jammers ab.

Für eine Rettung könnte es zu spät sein: Außer ein paar letzten verdorrten Blättern haben sie ihr Laub bereits komplett abgeworfen. Vom schönen Alleecharakter – die Stadt hatte nach der Umgestaltung dieser Einfallschneise gleich größere Bäume pflanzen lassen – ist nichts mehr übrig.
Solche stattlichen Exemplare umzusetzen, birgt immer eine Gefahr, ohne regelmäßige Wassergaben sind solche Pflanzungen aber von vornherein zum Tode verurteilt. In der Regel dauert es drei Jahre, bis Bäume am neuen Standort tief genug wurzeln, dass sie auch einmal eine etwas längere Trockenperiode überstehen. Was ist schief gelaufen bei der Baumpflege, das Blumenbeet an der Ecke Rebenring ist ja schließlich auch gewässert worden?
Wir fragten bei der Stadtverwaltung nach.

Es geht auch anders als in der Hamburger Straße. Gelungene Beispiele für eine vorbildliche Betreuung neu gepflanzter Bäume lassen sich in den Tweten in der Innenstadt finden. Dort war nach Abschluss der Neugestaltung immer wieder das Fahrzeug einer Garten- und Landschaftsbaufirma zu sehen, deren Mitarbeiter sich um die Bäume kümmerten.
Zum Zustand der Bäume an der Hamburger Straße haben wir die Stadtverwaltung um eine Stellungnahme gebeten, Pressesprecher Rainer Keunecke hat geantwortet.

? Lag die Pflege der neu gepflanzten Bäume im Verantwortungsbereich der Stadt oder gibt es eine Art Pflegevertrag mit einem beauftragten Landschaftsbauunternehmen?

! „Die Pflanzung der Bäume – es handelt sich um Platanen – wurde von der Verwaltung gemeinsam mit der Verkehrs-GmbH in Auftrag gegeben und durch einen Fachbetrieb ausgeführt. Der Auftrag umfasst auch die Leistungen der dreijährigen Entwicklungspflege (zum Beispiel wässern, düngen, krauten etc.), die sich derzeit im ersten Jahr befindet. Es gibt also in der Tat einen Pflegevertrag.“

? Würde es zu einem Totalausfall kommen, ginge eine Neupflanzung dann auf Kosten des Steuerzahlers?

! „Mitarbeitern des Fachbereichs Stadtgrün und Sport ist der aktuelle Zustand der Bäume bereits aufgefallen. Sie informierten den beauftragten Fachbetrieb, der am selben Tag noch einen Wässerungsgang durchführte. Sollte ein Austausch der Bäume erforderlich werden, weil sie absterben oder zu viel ihrer Vitalität verlieren, würden die Kosten hierfür durch den Auftragnehmer zu tragen sein, mit dem ein entsprechender Entwicklungspflegevertrag abgeschlossen wurde. Der Allgemeinheit entstünden keine Kosten. In jedem Fall ist – wie in solchen Fällen üblich – zum Ende der Entwicklungspflege, hier im Oktober 2018, eine Abnahme durchzuführen, während derer ein fachlich mängelfreier Zustand festgestellt werden muss, bevor die Stadtverwaltung die Unterhaltung der neu gestalteten Grünflächen und Baumstandorte übernehmen kann.“
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