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Schwieriger Saisonstart

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Sorgsam betüttelt, verpackt und umsorgt, steckt der erste Spargel seine Köpfe in die Luft. Rund zehn Euro kostet das Kilo der frühen Spezialität, die „normalen“ Anbauer hoffen auf wärmere Temperaturen. „Beständiges Hochdruckwetter ist aber nicht in Sicht“ heißt es im Wetterbericht.

„Es ist deutlich kälter, als erhofft“, sagt Manuela Roffka, Geschäftsführerin des Braunschweiger Landvolks, „unter zwölf Grad wächst der Spargel nicht.“
Deshalb würden immer mehr Bauern mit Folie arbeiten. Anfang März allerdings riss Sturmtief Emma viele Schutzplanen weg, bei der Ernte muss die Folie immer stückweise zur Seite geschoben werden. „Eine zeitaufwändige und kostspielige Anbaumethode“, sagt Roffka. Ausländischer Spargel liegt bereits relativ günstig im Handel bereit. Ein Angebot, das allerdings nicht für alle Spargelfans in Frage kommt, viele schwören auf die heimische Ware. Der Arbeitseinsatz habe sich durch die Anbaumethode unter Folie deutlich erhöht, sagt Manuela Roffka vom Braunschweiger Landvolk. Dadurch werde es zum Teil noch schwieriger, gute Spargelstecher zu finden. „Die meisten Bauern setzen auf ein festes Team, das jede Saison wieder im Einsatz ist“, erklärt Roffka. Denn Neulinge müssten immer erst eingearbeitet werden.
Schwieriger wird es auch, genügend Saisonarbeiter aus Polen und Rumänien zu bekommen. Diese EU-Neubürger dürfen in anderen europäischen Staaten das ganze Jahr über arbeiten, in Deutschland nur vier Monate lang. Die Landwirte fordern von der Politik, den Arbeitsmarkt ganzjährig für Saisonarbeiter zu öffnen.
Das schlechte Wetter produziert aber noch für ganz andere Sorgenkinder: „Die Rübenaussaat und das Wintergetreide sind von dem Dauerregen betroffen“, sagt die Fachfrau. „Die Rüben können nicht gesät werden, denn auf den durchgeweichten Böden können die Bauern gar nicht arbeiten“, sagt sie, „die Maschinen fahren sich ja alle fest.“ Außerdem seien Arbeiten wie Düngen und Pflanzenschutz ausbringen nicht möglich, weil die Mittel sofort wieder abgespült würden.
Allerdings könne die Natur eine Menge kompensieren, auch in den vergangenen Jahren habe es immer mal wieder schwierige Wetterbedingungen gegeben.
Ob sich die Spargelpreise dieses Jahr erhöhen, stehe noch nicht fest, auch das hänge vom Wetter ab, sagt Roffka. 2007 kostete das Kilo heimischer Spargel im Jahresschnitt 4,86 Euro, was im Mittel der vergangenen Jahr lag. Fest stehe nur eins: Am 24. Juni ist die Spargelsaison 2008 vorbei.
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