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Rostige Bäume

Die Rotbraune Fadenalge (Trentepohlia umbrina) am Nehrkornweg im Naturschutzgebiet Riddagshausen.
Braunschweig: Riddagshausen |

Wenn Sie im Naturschutzgebiet Riddagshausen, in der Buchhorst oder in einem anderen Wald spazieren gehen, haben Sie vielleicht am Wegesrand Bäume bemerkt, deren Stämme wie mit Rost überzogen oder mit Rostschutz-Mennige angestrichen aussahen. Auch an Obstgehölzen im eigenen Garten ist Ihnen vielleicht schon dieser orangebraune Belag an Stämmen oder dicken Ästen aufgefallen.

Dieses „rostige“ Phänomen ruft Trentepohlia umbrina, die Rotbraune Fadenalge hervor.
Prof. Dr. H. Butin, Spezialist für Baumkrankheiten, formulierte es so: Es handelt sich um eine Grünalge, die sich mit einem roten Farbstoff tarnt. Sie gilt als Anzeiger lang anhaltender hoher Luftfeuchtigkeit (Butin, Heinz: Krankheiten der Wald- und Parkbäume, Ulmer, 318 S.). Die Alge ist ein Epiphyt (Aufsitzerpflanze), die den Baum lediglich als Träger nutzt. Sie schädigt den Baum nicht und muss daher auch nicht bekämpft werden (Internet: Prof. Dr. Rolf Kehr in Gartenakademie RLP).

Nach meinen eigenen Beobachtungen, z. B. im Naturschutzgebiet Riddagshausen, bevorzugt die Rotbraune Fadenalge Grabenränder, Lichtungen und Wegränder in der Nähe von Gewässern. Sowohl den dunklen Wald als auch starke Sonneneinstrahlung meidet sie offensichtlich. In den letzten zehn Jahren scheint sie vermehrt aufzutreten. Den orangebraunen Belag konnte ich u. a. an Eichen, Eschen, Pappeln, Weiden, Ahorn, Robinien und Apfelbäumen beobachtet.

Ihren Gattungsnamen hat die Alge zu Ehren des Pfarrers und Botanikers – diese Kombination war damals nicht so selten – Johann Friedrich Trentepohl (1748 – 1806) aus Oldenburg bekommen.
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Friedemann Grün aus Braunschweig - Innenstadt | 02.09.2015 | 00:33  
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