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Pilze im Rasen – Gefahr für kleine Kinder

Der Nelkenschwindling wächst gern gesellig, in Reihen oder als Hexenring.
Braunschweig: Braunschweig |

Als geprüfter Pilzsachverständiger werde ich häufig von Kindergärten oder Eltern um Rat gefragt, weil ein Kind von einem Pilz ein Stück abgebissen oder sogar ganz verzehrt hat. Meist haben die Kinder vorher auf dem Rasen gespielt oder durften dort krabbeln. Dann stellt sich für die besorgten Eltern zu Recht die Frage, welcher Pilz es ist und ob er giftig ist.

Wenn Sie Ihren Rasen oder die Beete in Ihrem Garten näher ansehen, werden Sie feststellen, dass es dort viele kleine, unauffällige Pilze gibt. KBP – Kleine Braune Pilze - werden sie häufig von Pilzkundlern genannt, ohne dass etwas über sie ausgesagt ist, außer, dass sie eben unscheinbar und klein sind und irgendwie braune Farbtöne aufweisen. Auf größeren Rasen-/Grasflächen können es im Laufe eines Jahres 50 oder mehr verschiedene Arten sein. Darunter sind viele harmlose aber auch sehr giftige Pilzarten. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kleinkinder nicht aus den Augen lassen sollten.
Einige häufige Rasenbewohner, die auch jetzt bereits erscheinen können, möchte ich Ihnen vorstellen.
Der Nelkenschwindling (Marasmius oreades): Ausreichend gekocht oder gebraten ist der Pilzhut sogar essbar. Der Stiel ist knorpelig zäh. Bitte nicht erschrecken; der rohe Pilz enthält Blausäure; ein Fraßschutz z. B. gegen Schnecken. Bei Verzehr eines Hutes sind auch für Kleinkinder keine nachteiligen Folgen zu erwarten. Der Nelkenschwindling fällt gelegentlich im Rasen auf, weil er in Trupps, in Reihen oder in Hexenringen wächst.
Von ähnlichem Aussehen ist der Raustielige Ackerling (Agrocybe pediades). Auch er ist ein sehr häufiger Rasenbewohner. Als Giftpilz ist diese Art nicht bekannt. Erst der Verzehr größerer Mengen könnte zu Magen-/Darmproblemen führen.
Ebenfalls sehr häufig ist der Heudüngerling (Panaeolina foenisecii). Lange Zeit stand er fälschlicherweise im Ruf, halluzinogen zu wirken. Leider findet man diese Fehleinschätzung noch immer im Internet. Bei Verzehr eines einzelnen Pilzes sind noch nicht einmal gastrointestinale Symptome zu erwarten. Allerdings hat der Heudüngerling problematische Doppelgänger.

Auf Symptome achten

Treten beim Kind Schweiß, Speichelfluss, Tränenfluss, enge Pupillen und verlangsamter Puls bereits nach einer Viertelstunde bis zu zwei Stunden nach Verzehr auf, handelt es sich wahrscheinlich um eine Muscarin-Vergiftung; sie muss sofort behandelt werden. Diese schwere Vergiftung wird durch Risspilze, Trichterlinge oder bestimmte Helmlinge verursacht.
Hat das Kind einen Pilz oder ein Stück davon im Mund gehabt oder verschluckt, muss möglichst schnell festgestellt werden, um welche Art es sich dabei handelt. Geben Sie dem Kind weder Milch noch Salzwasser zu trinken. Wenden Sie sich umgehend an das Giftinformationszentrum-Nord, 24 Stunden erreichbar, Tel. 0551 19240. Zeigt das Kind bereits Symptome, muss es schnellstmöglich im nächsten Krankenhaus vorgestellt werden.
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