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Neustart in die Champions League: Ideen, die Geld bringen

Wiederbelebung hat sich gelohnt: Niedersächsische Metropolregion kann Bilanz ziehen.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.09.10

Braunschweig. Für das internationale Klimaschutzziel 2050 – Erderwärmung um maximal zwei Grad – formulierte Professor Dr. Jürgen Leohold, Leiter der VW-Konzernforschung, die Voraussetzung für Niedersachsen: „Reduktion der Emissionen um 90 Prozent.“ Nur eine von zahlreichen Aufgaben, der sich die neugestartete Metropolregion stellen will.

Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann begann da bescheidener, er wertete es als Erfolg, dass Vertreter aus Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg überhaupt zusammenarbeiten wollen. „Vor diesem Neustart wussten wir sehr wenig voneinander“, beschrieb er in der Stadthalle vor rund 300 Gästen die Situation.
Das hat sich geändert. Nach einem ersten Jahr, in dem mühevolle Organisationsarbeit das Leben der GmbH bestimmte, rückten jetzt konkretere Ziele ins Visier der Beteiligten. Hoffmann, der von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil den Vorsitz des Aufsichtsrates übernimmt, machte klar, dass es nicht nur, aber vor allem ums Geld gehe: „Projekte erkennen, die internationalen Charakter haben und in der Lage sind, EU-Mittel zu generieren“, sei die Hauptaufgabe der Metropolregion.
Auch Stephan Weil schwärmte bereits von der „Champions League“ der staatlichen Förderungen, „in dieser Königsklasse wollen wir mitspielen“, sagte Hannovers Stadtoberhaupt.
Dabei wird vor allem auf das Thema Verkehr und Mobilität gesetzt; mit einem Informationsforum stellten sich am Freitag verschiedene Projekte vor: Das Fahrzeug aus dem Drucker gehörte ebenso dazu, wie eine Pilotstudie Radschnellwege oder das Thema Energieversorgung.
Neben Gastredner Leohold von VW, sprach auch Dr. Jochen Eickholt über intelligente, vernetzte Verkehrssysteme für eine lebenswerte, klimageschützte Zukunft. 700 Millionen Autos gebe es zur Zeit auf der Welt, „im Jahr 2050 werden es zwei Milliarden sein“, prognostizierte er. Und auch wenn der Verbrennungsmotor dann Vergangenheit sei und das Elektroauto emissionsfrei fahren werde, „Staus und Parkprobleme bleiben“, sagte der Siemens-Mann. Er zeigte von Siemens maßgeschneiderte Lösungen für Megastädte wie London und gab damit Beispiele für die Aufgaben einer Metropolregion.
Staatssekretär Dr. Oliver Liersch hatte ermahnt, dass der Erfolg der Metropolregion davon abhänge, wie bürgernah gearbeitet werde. „Die Menschen müssen einen Mehrwert für sich erkennen“, sagte er und warb für die Idee, ein einheitliches Tarifgebiet zu schaffen, ein einziges Ticket also für ein gesamtes Nahverkehrsgebiet Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. „Das würden die Menschen mögen“, war er überzeugt.

Fakten: Es gibt in Deutschland elf Metropolregionen unterschiedlicher Größe. Sie sollen als Motor der Entwicklung dienen und haben eine Innovations- und Wettbewerbsfunktion. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg hat sich 2009, vier Jahre nach ihrer Anerkennung und nach Anfangsschwierigkeiten, an einen Neustart gemacht. Sie hat 49 Mitgliedsstädte und -kreise.
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