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Neuer Saurierfund in Schandelah

Das Skelett des Ichthyosaurier ist in seinen drei Metern Länge komplett erhalten. Vom Schädel über die Rippen bis zur Schwanzspitze kann man gut erkennen, wie das Tier zu Lebzeiten ausgesehen haben muss. Fotos: T.A.

Ausgrabungen im Geopark Jurameer fördern vollständiges Skelett des Ichthyosauriers zutage.

Von Ann-Kathrin Ewald, 06.08.2016.

Braunschweig. Es ist drei Meter lang, fast vollständig erhalten und der ganze Stolz des Naturhistorischen Museums (SNHM): Das kürzlich entdeckte Fossil eines Ichthyosauriers.

Geborgen aus der Ausgrabungsstätte im Geopark Jurameer Schandelah sind die gut erhaltenen Knochen nun zur Präparation in der Werkstatt des Museums angekommen.
„Dieser Fund ist erstaunlich“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Joger, Direktor des SNHM. „In den zwei Jahren, in denen wir im Geopark forschen, ist dieses das erste vollständig erhaltene Skelett, das wir bergen konnten.“

Ein komplettes Skelett

Im Sommer 2014 erfolgte die erste Grabung auf dem Gelände nordöstlich von Schandelah, das vor circa 180 Millionen Jahren ein riesiges Meer war. Folglich fanden die Forscher, unter der Leitung von Ausgrabungsleiter Dr. Ralf Kosma vor allem Fossilien von Schwimmsauriern und kleinen Meeresbewohnern. 254 Fossilien konnte sein Team bei Ausgrabungen sichern, darunter auch zwei Schädel von Ichthyosauriern. Doch erst der aktuelle Fund brachte ein vollständiges Skelett. Umso wichtiger war es, das Fossil im Ganzen zu bergen.
„Nachdem wir alle Knochen freigelegt hatten, kam ein spezielles Harz zum Einsatz, das sich beim Aushärten auf die Knochen und die Zwischenräume legt. So konnten wir verhindern, dass das Skelett auseinanderbricht“, erläutert Kosma die Anstrengungen der komplexen Bergung.
Nach der Aushärtung habe man mittels einer Blockbergung das ganze Fossil aus dem Gestein gehoben, so Kosma weiter.
Nun stehen alle Beteiligten vor der nächsten Herausforderung, wie Präparator Sebastian Radecker erklärt: „Wir müssen die Knochen zunächst vorsichtig vom Gestein und Kies trennen.“ Dafür werde man mit feinen Werkzeugen arbeiten, aber auch ein Sandstrahlgebläse einsetzen, so Radecker und fügt hinzu: „Diese Arbeiten sind sehr aufwendig und werden einige Zeit in Anspruch nehmen.“

Das Leben des Sauriers

Der Ichthyosaurier war ein spezialisiertes Reptil, das von landlebenden echsenartigen Vorfahren abstammte und sich wieder perfekt an das Leben im Meer angepasst hat. Ernährt hat er sich von kleinen Tintenfischen. Aufschluss über das Leben des Schwimmsauriers bringen unter anderem solche Funde, wie der aktuelle aus Schandelah. Denn: „Mit den Knochen ist sogar der Magen des Sauriers erhalten geblieben. Wir können so seine letzte Mahlzeit nachvollziehen“, weiß Kosma.
Dass man auch in Zukunft mit weiteren Funden vom Geopunkt Jurameer Schandelah rechnen kann, da ist sich Joger sicher: „Durch die spezielle Lage und die Beschaffenheit des Gesteins in Schandelah sind wir zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren noch weitere interessante Funde machen werden.“
Diese seien, so betonte er weiter, in Norddeutschland sonst nirgends vorhanden. Für Joger ein Grund mehr, die Ausgrabungen auf dem Gelände weiter voran zu treiben.
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