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Neue Saurierart der Öffentlichkeit präsentiert

Auf einer Autobahnbaustelle bei Cremlingen wurde 2005 das Skelett eines Ichthyosauriers entdeckt – Fund von großer Bedeutung.

Von Martina Jurk, 08.01.2012

Braunschweig. Braunschweiger Wissenschaftler entdeckten innerhalb von zwei Jahren den dritten neuen Saurier. Er ist 130 Millionen Jahre alt, drei Meter lang und heißt Acamptonectes densus (starrer Schwimmer). Gefunden wurde das Skelett des Fischsauriers 2005 bei Cremlingen.

„Wir sind stolz, der Welt einen neuen Ichthyosaurier präsentieren zu können“, verkündete Professor Dr. Ulrich Joger, Direktor des Naturhistorischen Museums, am Mittwoch vor zahlreichen Medienvertretern. „Fritz J. Krüger, dem damaligen Leiter der Fossilien-AG des Museums, verdanken wir den Fund“, sagte Joger weiter. Der bestimmte den von Privatsammler Hans-Dieter Macht entdeckten fossilen Knochen an einer 45 Grad schrägen Böschung einer Autobahnbaustelle als Wirbelknochen eines Ichthyosauriers. Danach ging alles ganz schnell. Eine Notgrabung wurde vorgenommen von Mitgliedern der Fossilien-AG und Professor Joger. In nur drei Tagen war das gesamte Skelett freigelegt und geborgen worden. „Dass es sich um eine bisher unbekannte Fischsaurier-Gattung handelt, wurde erst im Laufe von Jahren herausgefunden durch Wissenschaftler aus Belgien, Großbritannien und Deutschland“, betonte Joger.
Bislang sei angenommen worden, dass fast alle Ichthyosaurier am Ende der Jurazeit ausgestorben seien. Durch den Braunschweiger Fund sei belegt, dass das nicht der Fall ist. In einem Wirbel des Fossils wurde ein Haifischzahn gefunden. Daraus konnten die Wissenschaftler das Alter des Fischsauriers bestimmen. „Die Tiere haben die Jurazeit überlebt und in der Kreidezeit fortgelebt. Das Bild über diese Periode ist nun ein anderes“, beschreibt Professor Joger die wissenschaftliche Bedeutung des Fundes. Auch der Stammbaum des Ichthyosauriers müsse neu geschrieben werden. Joger hält es für sicher, dass es von dieser neuen Fischsaurier-Gattung mehrere Arten gibt. „Die müssen nur noch gefunden werden.“
Der Fund zeige, dass eine Evolution stattgefunden hat – nicht nur ein Aussterben, sondern auch eine Weiterentwicklung, meinte Krüger. Ein zweites Exemplar sei vor Jahren in England gefunden worden. Als beide verglichen wurden, sei festgestellt worden, dass es sich um eine neue Art handelt.
Das Verfahren um die Bekanntgabe neu entdeckter Arten ist international streng geregelt. Deshalb durfte die Entdeckung des neuen Sauriers erst am Tag der wissenschaftlichen Erstbeschreibung in der US-amerikanischen Publikation „Public Library of Science“ (PLOS one) bekanntgegeben werden. Am 4. Januar wurde die Beschreibung veröffentlicht.
Bei den anderen beiden von Braunschweigern in der afrikanischen Republik Niger (2005 bis 2008) gefundenen Sauriern handelt es sich um einen Langhals-Saurier und um einen Raubsaurier. Beide sind im Dino-Saal des Museums ausgestellt.
Ab Herbst 2013 ist eine Ausstellung mit allen Ichthyosauriern geplant. Im Rahmen der Ausstellung „Wunderbare Wale“ können die Besucher den neuen Saurier bei Führungen in die Werkstatt bestaunen (jeden Mittwoch 14 Uhr).
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