Anzeige

Naturschutz nahe der Autobahn

Brigitte Junge erlaubt einen Blick ins Innere des Bienenstocks, der gerade nach Rühme umgezogen ist. Fotos: T.A.

Refugium für Mensch und Tier in Rühme – Bienenstock und Lehrpfad sind neu hinzugekommen.

Von Marion Korth, 06.06.2015.

Braunschweig. Die Autobahn ist als fernes Grollen allgegenwärtig, aber das Vogelgezwitscher übertönt sie nicht. Der Kultur- und Förderverein Rühme hat aus einem brachliegenden Randgrundstück an der Mark-Twain-Straße ein Refugium geschaffen.

Zusätzlich zu all dem wilden Getier, das sich dort im Insektenhotel, in Feldsteinhügel, Sträuchern oder Bäumen eingenistet hat, sind jetzt ganz viele „Haustiere“ hinzugekommen. Die Imker Brigitte und Walter Junge haben eines ihrer Bienenvölker nach Rühme umgesiedelt. „Zur Probe“, wie sie sagen. Der Versuch ist erweiterbar.
Die Obstblüte ist schon vorbei, obwohl es sich in diesem Jahr bestimmt gelohnt hätte, denn zu den 50 bereits gepflanzten Hochstammbäumen sind nun noch einmal 40 hinzugekommen. Diese allerdings nicht nur auf der städtischen Fläche, sondern auch gegenüber auf einem Grundstück des Waisenhauses, um das sich die Mitglieder des Kultur- und Fördervereins nun ebenfalls ehrenamtlich kümmern werden. Trotzdem blüht auch jetzt noch genug – der Bienenstock steht etwas versteckt gleich hinter einem Weißdorn. Um reiche Honigernte geht es hier aber nur nebenbei. „Wir wollen Vorurteile und Ängste abbauen“, sagen die Junges. Schon in der Vergangenheit kamen sie aus der Weststadt, wo sie in einem Kleingartenverein ihre acht Völker stehen haben, regelmäßig in den Norden, um Kinder über das Leben der wilden Bienenverwandten im Insektenhotel zu informieren. Mit einem Bienenvolk gleich in der Nähe geht das jetzt viel anschaulicher, umso mehr, weil auch ein Bienenlehrpfad angelegt worden ist. Wie wichtig Bienen für die Pflanzenbestäubung sind, ist da zu lesen und auch, dass die kleinen Insekten, um den Nektar für 500 Gramm Honig zu sammeln, umgerechnet dreimal um die Erde fliegen müssen.
Das Thema Natur- und Landschaftsschutz erlebbar zu machen, dieses Ziel hatte der Kultur- und Förderverein von Anfang an im Sinn. Mitunter ein schwergewichtiges Unterfangen, wenn man die riesigen Baumstammreste gleich am Weg sieht, die den Lebensraum Totholz in die direkte Nachbarschaft zur Siedlung holen. Und am Wegesrand „erzählt“ eine Baumscheibe mit 190 Jahresringen Stadt- und Weltgeschichte. Pläne haben die aktiven Mitglieder noch viele. Die enge Anbindung an die nahe Kita und die Grundschule lässt das Grundstück regelmäßig zum „grünen Klassenzimmer“ werden. Weil das Konzept rund ist, gab es auch immer wieder Unterstützung, zum Beispiel mehr als 9000 Euro von der Bingo-Lotto-Umweltstiftung.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
Marion Korth aus Braunschweig - Innenstadt | 28.07.2015 | 11:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.