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Kälterekord: Minus 20 Grad in der Nacht zu Dienstag

Feuerwehr warnt vor Wasserschäden durch geplatzte Rohre und Heizungen – Es wird mit vielen Einsätzen gerechnet.

Von Marion Korth, 08.02.2012

Braunschweig. Da bibbert sogar der Wetterbär in seiner Wetterstation in Querum. In der Nacht zu Dienstag sank die Temperatur um 3.15 Uhr auf minus 20 Grad, der geringste Wert, der je an der Station seit dem 1. Januar 2001 gemessen worden ist.

Auf Tauwetter – sollte es denn irgendwann einmal einsetzen – kann sich zumindest die Berufsfeuerwehr Braunschweig nicht so richtig freuen. „Im Prinzip haben wir jetzt noch Ruhe, aber wir befürchten Schlimmes“, sagt Brandamtmann Frank Hermanns, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Viele Wasserrohre werden dem strengen Frost nicht standgehalten haben, sobald es wärmer wird, beginnt das Wasser unkontrolliert zu laufen. „Das ist immer ein ganz, ganz heftiger Schaden“, sagt Hermanns. In einer Wohnung in der Bundesallee sind gleich fünf Räume unbewohnbar geworden, weil im Obergeschoss ein Heizkörper geplatzt war. Es muss nicht immer so verheerend ausgehen, wie vor einem Jahr in Braunschweig, als sich ein Haus komplett vollgesogen hatte und praktisch abrissreif war. „Der Besitzer war damals im Krankenhaus. Das Bild von dem Haus haben wir im Internet auf unserem Warnhinweis“, sagt Hermanns. Damit es nicht so weit kommt, rät die Feuerwehr dringend, Wasserrohre und Heizungsanlagen in frostgefährdeten Bereichen zu kontrollieren.
„Wintergarten, Veranda, der Wasserhahn im Garten, unbeheizte Keller- oder Dachgeschosszimmer“, zählt Brandamtmann Frank Hermanns die besonders gefährdeten Bereiche auf, in denen Hausbesitzer Wasserrohre und Heizkörper dringend auf Frostschäden kontrollieren sollten. Die Wasserzufuhr sollte abgesperrt werden.
Bisher hätten sich die Einsätze der Feuerwehr zahlenmäßig im Rahmen gehalten. Für Hermanns eine trügerische Ruhe, bis das Tauwetter kommt. Besonders große Schäden entstehen, wenn Wasser aus geplatzten Rohren im Dachgeschoss dringt. Dazu die Tipps der Feuerwehr:
• Auch in bewohnten Räumen drohen Frostschäden, wenn Räume nicht ständig oder ausreichend beheizt werden. Auch in diesen Räumen sollte man immer auf kleiner Stufe heizen.
• Sind dennoch Leitungen eingefroren, sollte der Wasserzulauf unverzüglich abgestellt werden, damit bei Tauwetter nicht Wasser durch das Leck dringt.
• Tritt bereits Wasser aus : Hauptwasserhahn sofort schließen und den Strom abstellen.
• Eingefrorene Leitungen lassen sich häufig mit einfachen Mitteln auftauen. Dazu heißes Wasser oder heiße Tücher verwenden. Auf keinen Fall sollten Leitungen mit Infrarotstrahler, Heißluftpistolen oder offenem Feuer (Kerzen, Lötlampen oder Schweißbrenner) enteist werden – das ist brandgefährlich.
• Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, eine Fachfirma zu rufen. Jeder Installateur kann mit eingefrorenen Leitungen umgehen und bekommt sie meist ohne größeren Schaden wieder frei. Weitere Informationen sind im Internet unter www.feuerwehr.braunschweig.de zu finden.
• Um Frostschäden generell vorzubeugen, sollten Leitungen in unbeheizbaren Bereichen möglichst isoliert werden. Bei Minustemperaturen sollten Fenster verschlossen bleiben. Darüber hinaus rät die Feuerwehr, die Temperatur in diesen Räumen zu überwachen und bei sehr strengem Frost gefährdete Leitungen zu entleeren oder zu beheizen.
• Im Winter nicht benötigte Leitungen, die beispielsweise in außenliegende Anlagen oder Gebäude führen (Gartenbewässerung, Garagen)sollten abgesperrt und vollständig entleert werden. Das Entleerungsventil an der Rohrleitung sollte ständig geöffnet bleiben.
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