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„Ich kann es noch nicht fassen“

Japan versinkt in der Erdbebenkatastrophe – Deutsch-Japanische Gesellschaft will helfen.

Von Annette Heinze, 13.03.11

Braunschweig. „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass Japan von so einer Katastrophe betroffen ist“, sagt Teruko Balogh. Sie ist Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Braunschweig-Peine-Wolfsburg.

Gestern konnte sie ihre Schwester in Japan problemlos telefonisch erreichen. Und sie erfuhr, dass ihre beiden Neffen Freitag nicht nach Hause kamen, aber wohlbehalten sind. In Tokio fuhren keine Züge mehr. Kaum vorstellbar, angesichts der hervorragenden Infrastruktur der Stadt, sagt Teruko Balogh.
Menschen im Epizentrum per E-Mail zu erreichen, sei ihr bisher aber nicht gelungen. Diese hätten im Moment wohl kaum die Nerven dazu, zu schreiben, vermutet sie. Möglich sei auch, dass Stromleitungen unterbrochen sind.
„Die Menschen leben seit Jahrhunderten mit dieser Gefahr. Angst war im Alltag bisher nicht gegenwärtig“, erzählt Balogh über ihr Heimatland. Leichte Beben seien die Japaner gewöhnt gewesen. „Diese Bebenstärke, die wir jetzt hatten, wird die Menschen sicherlich verändern.“
Auch die bisher eher unkritische Haltung gegenüber Atomkraft werde sich wohl ändern: „Die Japaner haben großes Vertrauen in technische Entwicklungen“, sagt Balogh. Widerstand gegen Atomkraft habe es nur von kleinen Gruppierungen gegeben. Japan beziehe 30 Prozent seines Strombedarfs aus Atomkraft und habe sich bisher wenig um Alternativen gekümmert.
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft werde helfen, sagt Balogh. In welcher Form, werde in den nächsten Tagen beraten.
Die Küste Japans war am Freitagmorgen von einem Erdbeben der Stärke 8,9 erschüttert worden. Der anschließende Tsunami überflutete große Teile des Landes. Gestern war von 1700 Toten die Rede. Weil das Atomkraftwerk Fukushima im Erdbebengebiet kaum gekühlt werden kann, droht eine weitere Katastrophe.
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