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Grünfinkensterben gibt Rätsel auf

Tote Grünfinken melden

Von Marion Korth

Damit fing es an: Eine Bürgerin aus Lamme hatte an ihrer übrigens vorbildlichen Futterstelle mit Futtersilo (wie im Bild gezeigt) wiederholt tote Grünfinken gefunden – mittlerweile 15 Tiere. Doch das war nur die Spitze des Eisberges.

Bentheim, Cremlingen, Meppen, Osnabrück, Hamm, Lüneburg, Aschersleben: Dies sind nur einige Orte, aus denen Carlo Fuchs, Vorsitzender des Nabu in Braunschweig, seither ähnliche Nachrichten gesammelt hat. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Tiere an einem Trichomonadenbefall verendet. Die einzelligen Geißeltierchen werden sehr rasch von einem aufs nächste Tier übertragen. Warum nur Grünfinken daran sterben, ist rätselhaft. Der Nabu hat einen verendeten Grünfink sowie eine Probe des Futters (gestreifte Sonnenblumenkerne) an die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Stadt gegeben. Der Befund von dort lautet „Trichomonadose“.
„Das Problem ist, dass der Einzeller nur sehr kurzzeitig nach dem Tod des Vogels festzustellen ist“, erläutert Nabu-Vorsitzender Carlo Fuchs. Dieser Fink war zudem vom Finder zunächst in der Kühltruhe gelagert worden. Typische Anzeichen, wie ein geschwollener Kropf und ein verklebter Schnabelbereich, weisen dennoch auf den Parasiten hin. Viele, jedoch nicht alle Vögel sterben an dem Trichomonadenbefall, manche Arten scheinen gegen den Parasiten immun zu sein. Auf Menschen ist Trichomonas gallinae, so der wissenschaftliche Name, nicht übertragbar.
„Es ist auffällig, dass nur Grobkörnerfresser, und da in erster Linie Finken, betroffen sind. Aber warum keine Meisen, die spelzen auch Sonnenblumenkerne auf“, wundert sich Fuchs. Für den Nabu sammelt er jetzt in Absprache mit dem Nabu-Landesverband niedersachsenweit die Meldungen über das Massensterben der Grünfinken. Mittlerweile interessiert sich auch das Fernsehen für das Thema, ein Kamerateam des NDR hat sich bei ihm angesagt.
Fuchs bittet zudem die Braunschweiger um Mithilfe. Wer einen toten Grünfink findet, möge dies per E-Mail an NABU.Braunschweig@t-online.de melden.
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