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„Fast Food“ im Vorbeifliegen – nur brüten will der Adler nicht

Ein Seeadler im Beuteflug. Die großen Adler erreichen Flügelspannbreiten von 2,40 Metern und mehr. Intensive Bejagung und später der Einsatz des Insektizids DDT – die Eierschalen wurden dadurch extrem dünn – rotteten die Adler fast komplett aus. Foto: Klemens Karkow (Nabu)/oh
Braunschweig: Riddagshausen |

Gast in Riddagshausen und den Rieselfeldern – Weiter Warten auf die erste Seeadlerbrut.

Von Marion Korth, 13.05.2015.

Braunschweig. Menschen mit Kameras und Spektiven auf „Pirsch“. Immer wieder werden im Europareservat Riddagshausen Seeadler gesichtet, und immer wieder tauchen die Frage beziehungsweise das Gerücht auf, die majestätischen Greifvögel würden dort auch brüten.

Falken, Uhus, Seeadler – die Stadt wird zum Refugium selbst für seltene Großvogelarten. Das Europareservat Riddagshausen gleicht ohnehin einem Naturparadies, aber eben einem ganz nah an der Stadt. „Da ist viel los“, sagt Rangerin Anke Kätzel. Und deshalb sei es schon etwas Besonderes, dass seit 2013 immer wieder Seeadler über dem Gebiet ihre Kreise ziehen. Sogar ein Pärchen war schon einmal da. Aber stimmt es, dass die Seeadler in diesem Jahr in Riddagshausen brüten? Anke Kätzel auf Anfrage: „Das kann ich nicht bestätigen.“ Kopfschütteln auch von Carlo Fuchs, Vorsitzender des Nabu Braunschweig und Leiter der Nabu-Arbeitsgemeinschaft Europareservat „Riddagshausen/Weddeler Teichgebiet“. Wenn immer wieder Seeadler gesehen werden, heiße das noch lange nicht, dass sie auch dort brüten. Im vergangenen Jahr seien sogar drei Individuen regelmäßig Gäste gewesen – gebrütet haben sie nicht. „Aus den regelmäßigen Seeadler-Beobachtungen lässt sich lediglich ableiten, dass das Teichgebiet als Nahrungshabitat genutzt wird“, sagt Fuchs. Allgemein ist zu beobachten, dass die Bestände wachsen. „Im Ilkerbruch bei Wolfsburg lebt ein Seeadlerpärchen“, sagt Anke Kätzel.
Der Seeadler ist bei der Nahrungssuche übrigens nicht unbedingt auf Fisch aus, sondern gern auch auf Wassergeflügel. Dabei ist er nicht wählerisch, bejagt Blesshühner ebenso wie Vögel bis zu Schwanengröße. „Selbst unvorsichtige Reiher, Störche oder auch Kraniche sind vor ihm nicht sicher. Bevorzugte Beute sind allerdings Gänse, wahrscheinlich, weil bei diesen der Nutzen, nämlich viel Fleisch, bei gleichem Aufwand und geringem Verletzungsrisiko am höchsten ist“, sagt Carlo Fuchs. Auch die Rieselfelder sowie die Okeraue werden regelmäßig von Seeadlern angeflogen. Nicht immer freut der Ornithologe sich darüber …
Wenn die Wasservögel die nahende Gefahr bemerken, fliegen sie schlagartig auf und suchen das Weite. Carlo Fuchs hat damit seine eigene Erfahrung gemacht. Da war der Naturschützer mitten in einer Wasservogelzählung, hatte seine Arbeit fast schon erledigt, als ihm ein Seeadler einen Strich durch die Zählung machte. Anschließend konnte er seine Vogelzählung vergessen. Da war kein Vogel mehr weit und breit zu sehen.
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2 Kommentare
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Klaus Nagel aus Braunschweig - Innenstadt | 12.05.2015 | 17:58  
Marion Korth aus Braunschweig - Innenstadt | 12.05.2015 | 18:08  
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