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Ein Kater ist ein Kater - auch wenn er alt ist

Blaulicht

Ein Polizeihund hat einen Kater schwer verletzt - das Land muss zahlen.

Gifhorn/Hildesheim, 11. Februar 2017. Das Land muss der Besitzerin Tierarztkosten von mehr als 4 000 Euro bezahlen. Das hat die 7. Zivilkammer des Landgerichts Hildesheim am Freitag entschieden.

Geklagt hatte eine Gifhornerin, die damit schon in zweiter Instanz Recht erhielt; bereits das Amtsgericht Gifhorn hatte das Land dazu verurteilt, die Behandlungskosten einer Kleintierklinik in Braunschweig in voller Höhe zu übernehmen. Dagegen war das Land jedoch in Berufung gegangen.

Es wollte der Gifhornerin lediglich die Hälfte der Aufwendungen für mehrere Operationen und Nachsorgebehandlungen des Katers bezahlen. Die Begründung: Der Kater namens "Tiger" sei schließlich schon 14 Jahre alt - die Tierarztkosten seien "im Hinblick auf Alter und Wert des Katers zu hoch".

Verweis auf das Alter zählt nicht


Das Landgericht indes wies die "streng wirtschaftliche Betrachtungsweise" des Landes zurück. Und die Kammer unter Vorsitz von Vizepräsident Reinald Beyer ergänzte: "Das Risiko, dass die Behandlungskosten vorab nicht genau zu bestimmen seien, trägt überdies der Schädiger."

Zu dem Angriff des Polizeihundes auf den Kater war es im Juni 2015 gekommen: Nach Angaben des Gerichts war die Ehefrau eines Polizeihundeführers mit dem Diensthund "Chuck" Gassi gegangen; in der Nähe des Grundstücks der Klägerin hatte der Hund dann den Kater gewittert, eine Begrenzungsmauer zu dem Grundstück übersprungen und "Tiger" schwer verletzt.

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Vierbeiniger Bediensteter des Landes"

Durch die Bisse erlitt der Kater unter anderem einen Rippenbruch und eine offene Bauchwunde, durch die mehrere Darmschlingen austraten. Nur die aufwendige Behandlung in der Tierklinik rettete "Tiger" das Leben.

Entscheidend für das Urteil des Gerichts war, dass die Klägerin keinerlei Mitschuld an dem Vorfall trage: Ihr Kater habe sich "friedlich und nichtsahnend auf 'seinem' Grundstück" befunden. Mit einem Angriff "durch einen vierbeinigen Bediensteten des Landes Niedersachsen" sei nicht zu rechnen gewesen.
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