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Ein ganzer Stadtteil pflanzte Krokusse

Wildkrokusprojekt initiiert von Rochus Jonas führte die Bewohner des Siegfriedviertels zusammen

Von Martina Jurk

Braunschweig. Farbiger und fröhlicher wird das Siegfriedviertel im nächsten Frühjahr aussehen. „Zwischen Hamburger Straße und Bienroder Weg soll sich ein Band ziehen“, wünscht sich Rochus Jonas. Er initiierte eine bislang einmalige Wildkrokuspflanzung, an der sich der ganze Stadtteil beteiligte.

Vor drei Jahren zog Jonas mit seiner Familie ins Siegfriedviertel und stellte fest, dass die Grünstreifen und Rasenflächen trist aussehen und zum Teil mit Unrat verschmutzt sind. Er hatte die Idee, mit einfachen Mitteln den Stadtteil aufzuwerten – auch in den Köpfen der Menschen. Und dabei sollten möglichst viele mitmachen. Das Projekt Wildkrokus wurde geboren. Der Frühblüher vermehrt sich von selbst und ist pflegeleicht. Jonas trug seinen Plan dem Bezirksrat Nordstadt vor und überzeugte die Mitglieder sofort. Eilig wurde der Antrag im April befürwortet, damit noch rechtzeitig Krokuszwiebeln geordert werden konnten.
„Vor allem Kinder und Jugendliche sollten erfahren, wie man in seiner Nachbarschaft eine Projektidee gemeinsam umsetzen kann, mit dem Ziel, sich mit seinem Wohnumfeld zu identifizieren“, sagt Jonas.
Der 43-Jährige sprach die drei großen Wohnbaugesellschaften BBG, Gagfa und Nibelungen Wohnbau GmbH an, ging von Haustür zu Haustür und warb für sein Vorhaben. Akribisch bereitete der Familienvater, der als Biotechnologe an der Uni arbeitet, die Pflanzaktionen vor. „Ich habe dafür extra Urlaub genommen und mit verschiedenen Gruppen schwerpunktmäßig gepflanzt“, erzählt Rochus Jonas.
„Alle waren mit Eifer dabei. Auch deshalb, weil der Kontakt zur Natur und zum Wohnumfeld heute vielen verlorengegangen ist“, meint Jonas. Einfach sei das nicht gewesen, vor allem die Koordinierung hätte ihm so manche schlaflose Nacht bereitet.
Am Ende waren rund 110 000 Krokusknollen in der Erde und das Experiment mit vielen Unbekannten geglückt. „Ich wollte neben der Verschönerung des Stadtteiles auch zeigen, dass so etwas möglich ist, dass Menschen verschiedener Lebensbereiche gemeinsam etwas erreichen. Es ist mit dieser Aktion ein Netzwerk und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden, das es vorher nicht gab“, ist Jonas stolz. Sein dicker Aktenordner belegt, wie viel Engagement, Planungsarbeit, aber auch wie viele Kontakte in diesem Projekt stecken. An der Finanzierung des Projektes beteiligten sich die Wohnbaugesellschaften, die Stadt und Privatpersonen. Der Blumenzwiebellieferant spendete 10 000 Knollen.
Oft wird Rochus Jonas auf der Straße von „Wildkrokus-Schülern“ angesprochen. Auch per E-Mail bekommt er positive Rückmeldungen. Im Moment ist er noch mit Nachpflanzungen beschäftigt, und dann heißt es abwarten bis zum Frühjahr …
Noch mehr Informationen gibt es auch im Netz unter www.wildkrokus.de.
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