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Der Zirkus kommt, und keiner geht hin

Weit vor Beginn der Vorstellung warten Kinder mit ihren Eltern auf eine aufregende Vorstellung.
von Herbert Nagel

leider sieht die Wirklichkeit anders aus. Zirkustiere, besonders Großkatzen und Elefanten, erfreuen sich ungebrochen großer Beliebtheit. Die in 12 m² großen Waggons lebenden Löwen und andere hinter Gittern gefangen gehaltenen Tiere, geben den staunenden jüngeren Besuchern einen Einblick in die Welt ihrer „Lebensräume“. Angeführt von ihren Eltern geht es dann ab ins Zelt zum Höhepunkt des aufregenden Nachmittags. Der Tiger springt durch einen brennenden Reifen, ein Bär fährt Fahrrad und der Seehund lässt balanciert einen Ball auf seiner Nase. So, oder ähnlich ein ständig wiederholendes Schauspiel in den meisten der größeren Städte unserer Republik, auch in Braunschweig.

Warum also die Aufregung? Die gesetzlichen Vorgaben, wie das Tierschutzgesetz §§ 2 u. 2a, insbesondere „die Leitlinien zur Haltung und Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“ und das Säugetiergutachten werden doch eingehalten, auch wenn sie zum Teil von Zoodirektoren und Tierlehrern befürwortet wurden.

Wer sich eingehend mit dieser Materie beschäftigt wird feststellen müssen, dass die Haltungsansprüche, besonders der Wildtiere, ausgesprochen hoch sind. Eine artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben ist nach meiner Auffassung nicht möglich. Auch kleinere Tierparks und Zoos können diesen Anforderungen kaum gerecht werden. Der Begriff „artgerecht“ reicht von der artspezifischen Bewegung, Nahrungsbeschaffung und Fortpflanzung bis hin zur Abgrenzung des erforderlichen Lebensraumes und sollte nicht leichtfertig Verwendung finden. Dieser Hinweis gilt auch für die Einzelhaltung von „Stubenvögeln“, Meerschweinchen und Kaninchen in unzähligen Wohnungen, die als „Grabbelkissen“ und Spielkameraden für Kinder als persönliche Gefangene dienen. Über die seltsame Haltung von Exoten halte ich mich lieber zurück.

Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen wollten am 4.2.2014 vom Rat der Stadt Braunschweig wissen, ob die Haltung und Arbeit mit Wildtieren des Zirkus Carl Busch in Braunschweig rechtens sei. Der Dezernent Herr Ruppert gab die Antwort, die bei sorgfältiger Recherche der Fragenden sich sicherlich erübrigt hätte. Die Tageszeitungen berichteten darüber.

Die Frage ist letztlich: Was kann gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben unternommen werden? Eine politische Lösung auf höchster Ebene muss her, wie bereits in Schweden, Finnland, Dänemark, Österreich und weiteren Ländern der Fall ist. In Braunschweig könnte die Verwaltung die Vergabe/ Vermietung von Standplätzen für diese Unternehmen einschränken und die Angelegenheit wäre - zumindest hier - vom Tisch.
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4 Kommentare
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Uwe Poppe aus Braunschweig - Nordstadt | 13.02.2014 | 19:57  
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Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 17.02.2014 | 12:53  
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Herbert Nagel aus Braunschweig - Innenstadt | 17.02.2014 | 18:17  
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Herbert Nagel aus Braunschweig - Innenstadt | 17.02.2014 | 18:54  
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