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Der Zaunblättling - klein aber gemein

Zaunblättling: Die filzige, gebänderte Oberseite mit weißer Zuwachskante und die lamellig- labyrinthische Unterseite.
Braunschweig: Riddagshausen |

Ich möchte einen Pilz vorstellen, dessen Fruchtkörper und Aktivitäten man das ganze Jahr über beobachten kann. Tückisch: Der Pilz ist ein gefährlicher Holzzerstörer, der seine Fruchtkörper erst ausbildet, wenn das Holz im Innern bereits weitgehend durch eine Braunfäule zerstört ist. Überwiegend wird dabei Zellulose abgebaut. Das Holz zerfällt würfelartig und lässt sich zwischen den Fingern zu braunem Staub zerreiben. Sind erst einmal Fruchtkörper sichtbar, ist vom Holz keine „tragende Rolle“ mehr zu erwarten. Das befallene Teil bricht über kurz oder lang zusammen.

Der Zaunblättling, mit wissenschaftlichem Namen Gloeophyllum sepiarium (Wulfen) P. Karst., wächst rosetten-, teller- oder konsolenförmig. Die flachen, meist nur wenige Zentimeter großen Fruchtkörper sind korkig zäh, auf der Oberseite filzig und gebändert. Seine Farben variieren von hellbraun, dunkelbraun, tabakbraun, rotbraun bis gelbbraun. Die frischen Zuwachskanten sind weißlich. Die Unterseite besteht aus dicklichen, unterschiedlich langen oder labyrinthischen Lamellen (Leisten).

Viele Pilze bevorzugen schattige, feuchte Biotope. Der Zaunblättling dagegen liebt die warmen, sonnenbeschienenen Standorte. Ihm genügt die Feuchte im Innern des Holzes, die durch die ausgetrocknete Außenschicht konserviert wird. In Rissen im Holz sammelt sich zudem leicht Feuchtigkeit, die dem Blättling zugutekommt. Er kann aber auch längere Trockenperioden unbeschadet überstehen.

Der Pilz bevorzugt Nadelholz; gern wächst er an toten Fichtenstämmen und Stubben. Sehr häufig kann man ihn an ungeschütztem, verbautem Nadelholz, an Balken, Pfosten, Brettern, Sparren, Geländern, Tischen, Bänken und – Wanderer aufgepasst – an Brückenkonstruktionen aus Nadelholz finden. Beobachtet der Wanderer die Fruchtkörper des Zaunblättlings an tragenden Teilen oder Geländer, ist besondere Vorsicht geboten. Auch Spielplatzgeräte insbesondere aus Nadelholz sind durch Blättlinge gefährdet und sollten regelmäßig überprüft werden. Das ist in speziellen Normen geregelt.

Verwandte mit ähnlichen Ansprüchen und ähnlicher Zerstörungskraft sind der Tannenblättling (Gloeophyllum abietinum) und der Balkenblättling (Gloeophyllum trabeum), der gelegentlich auch Laubholz befällt. Beide Arten sind jedoch wesentlich seltener als der Zaunblätting.
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