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Der weite Weg zum Wasser

Während die Gössel in Sicherheit dösen, bleibt die Mutter wachsam.
von Herbert Nagel

Eine Gruppe von mehreren Personen wuselt in Straßennähe in den Büschen umher, um einer Wildentenmutter mit ihren Jungen den Weg zum Wasser zu erleichtern. Lärmend steigt die verängstigte Ente auf und verschwindet aus dem Blickfeld der Retter. Die Kleinen versuchen sich zu verstecken und flitzen in alle Himmelsrichtungen auseinander. Nach langer und aufregender Jagd befinden sich fünf kleine Enten in der Obhut eines Retters. Unbemerkt von ihnen haben sich zwei unter einem Laubhaufen in Sicherheit gebracht, das dritte verschwand im Gully, zum Nachteil der beiden Rabenkrähen auf Posten im Baum.

So oder ähnlich könnte es im Mai und Juni Wildenten in unserer Stadt ergehen, sofern nicht die Feuerwehr oder der Tierschutz das Geschehen übernehmen.

Die wenigen Brutmöglichkeiten an den pflanzenlosen Ufern der Gewässer im Stadtgebiet lassen den Enten keine große Auswahl mehr. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen Zierteiche, dicht gefolgt von ungepflegten Vorgärten und enden auf begrünten Dachterrassen mit herrlicher Aussicht.

Meistens erreichen die Entenfamilien selbständig ihr nasses Ziel ohne fremde Hilfe. Und doch kommt es doch vor, dass unüberwindliche Hindernisse dem Marsch ein jähes Ende bereiten. Entweder hilft der Tierschutz oder ein beherztes und überlegtes Eingreifen von mutigen Tierfreunden ist angesagt. Die Retter sollten unbedingt in folgender Reigenfolge vorgehen:

1. Mögliche Schlupflöcher, wie Zaunlücken und Abflüsse verschließen, um eine Flucht zu verhindern.
2. Die Enten zählen, damit eine eventuelle Nachsuche nach Flüchtlingen erfolgen kann.
3. Zuerst das Muttertier einfangen. Hier ist Behutsamkeit, dann aber blitzschnelles Zufassen gefordert. Fliegt das Muttertier davon, sind die Jungen auf menschliche Hilfe angewiesen oder verloren.
4. Nun die Kleinen einfangen und in getrennten Behältnissen ab zum eigentlichen Gewässer in der Nähe.

Hier geschieht das Zurücksetzen in umgekehrter Reihenfolge: Erst die Kleinen und anschließend das Muttertier ans nahe Wasser setzen.

Ist die Aktion gelungen, macht sich ein angenehmes Gefühl bemerkbar, Stolz und natürlich viel Gesprächsstoff für die nächsten Tage.
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