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Das Judasohr – Pilz des Jahres 2017

Der Pilzart "Judasohr" wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2017 ausgewählt.
Braunschweig: Braunschweig |

Alljährlich veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. einen „Pilz des Jahres“. Für 2017 wurde das Judasohr , mit wissenschaftlichem Namen Auricularia auricula-judae (Bull.) Wettst. 1886, ausgewählt.

Der Pilz wächst in unseren Wäldern gern an Schwarzem Holunder, kommt aber auch an toten Buchen- und Ahornästen, gelegentlich auch anderen Laubhölzern vor. Er ist Schwächeparasit, kann aber auch als Folgezersetzer an Totholz auftreten. Das Judasohr wächst bei ausreichender Feuchtigkeit das ganze Jahr über; nur Frost und Hitze verträgt der Pilz nicht. Bei Trockenheit schrumpfen die Fruchtkörper hornartig hart ein, können aber bei ausreichender Feuchtigkeit wieder zu ihrer ursprünglichen Größe aufquellen.

Frische Fruchtkörper wiegen, trocknen, wieder wiegen, in ein Wasserglas legen; messen, wieviel Wasser aufgesogen wurde, nochmals wiegen. An diesem Experiment haben Kinder bestimmt ihre Freude. Es zeigt, dass der Pilzfruchtkörper zu neunzig Prozent aus Wasser besteht.

Seine Muschel- oder Ohrform und die wabbelige, zäh-elastische Konsistenz sind derart typisch, dass er kaum verwechselt werden kann. Der Pilz besitzt weder Lamellen noch Röhren. Die Sporen werden auf der glatten Unterseite gebildet. Er gilt nach dem Deutschen Lebensmittelbuch als verkehrsfähiger Speisepilz. Allein oder zusammen mit Gemüse zu Reis oder Nudeln ergibt das Judasohr eine interessante Beilage. Allerdings hat er so gut wie keinen Eigengeschmack.

Einen nahen Verwandten vom Judasohr kennen Sie vielleicht aus dem Asia-Restaurant. Es sind diese kleinen schwarz-braunen, knupsigen Stücke. Dabei handelt es sich um den gezüchteten Mu-Err Pilz (Auricularia polytricha), den sie getrocknet in Geschäften für asiatische Lebensmittel kaufen können.
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