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Blinder Passagier im Fächerahorn

Julius-Kühn-Institut warnt vor gefährlichem Schädling – Bäumchen vorsorglich kontrollieren

Von Marion Korth

Braunschweig. Er ist klein, schwarz und eine echte Plage: Das Julius-Kühn-Institut, zuständig für die Abstimmung der Gegenmaßnahmen, schlägt Alarm vor dem Citrusbockkäfer, Anoplophora chinensis. In zwei deutschen Bundesländern schlüpfte er aus neu gekauften Fächerahornbäumen. Er zählt in seiner asiatischen Heimat zu den gefährlichsten Schädlingen vor allem an Zitruspflanzen, aber auch an Laubbäumen.

Nach Informationen des Instituts stammen die befallenen Pflanzen aus dem Bestand einer großen Supermarktkette, die im Mai mehr als 100 000 Fächerahornbäume deutschlandweit verkauft hat. Die Bäume sind mit der Bezeichnung „Acer palmatum“ ausgezeichnet.
Es ist zu befürchten, dass weitere befallene Bäume in vielen Privathaushalten angepflanzt wurden. Das Julius-Kühn-Institut (JKI) bittet daher alle Personen, die in den vergangenen Monaten junge Acer palmatum in einer Baumschule oder einem Supermarkt gekauft haben, dringend, ihre Pflanzen ab sofort mehrfach wöchentlich auf Spuren von Bohrspänen, Ausbohrlöchern beziehungsweise erwachsene Käfer zu kontrollieren. Sollte sich ein Verdacht ergeben, den kompletten Baum nebst Topf und Wurzel in einem stabilen Müllsack gut verschließen. Gefundene Käfer müssen eingefangen werden, um zu verhindern, dass sie sich ausbreiten und heimische Bäume befallen. In jedem Fall Kontakt mit dem Julius-Kühn-Institut in Braunschweig aufnehmen (Telefon 2 99 33 70).
In Frankreich konnte der eingeschleppte Schädling wieder getilgt werden, in Italien breitet er sich dagegen weiter aus. Der Käfer befällt viele hiesige, auch völlig gesunde Laubbäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Haselnuss, Rosskastanie oder Apfelbäume und kann sie zum Absterben bringen.
Die jetzt verdächtigen Pflanzen stammen aus einer im Dezember 2007 aus China in die Niederlande eingeführten Sendung beziehungsweise zum Teil aus einer Baumschule in den Niederlanden. Dort seien nach ersten Funden des Käfers die Kontrollen seit Anfang des Jahres massiv verstärkt worden.
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