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Ab durch den Busch: Der Harz von ganz oben

Tausend Meter schlängelt sich der Pfad durch die Baumwipfel.
 
Über eine breite Rampe kommen auch Gehbehinderte oder Eltern mit Buggys bequem auf den Pfad. Fotos (4): Leute

Ein Ausflug zum Baumwipfelpfad in Bad Harzburg – An Wochenenden nutzen viele Familien den im Mai 2015 eröffneten Pfad.

Von Birgit Leute, 03.10.2015.

Bad Harzburg. Die Holzbohlen unter meinen Schuhen vibrieren ordentlich. Bei meinem ersten Ausflug über den neuen Baumwipfelpfad in Bad Harzburg bin ich nicht allein: Etliche Familien spazieren an diesem Sonntag im Gleichschritt über den bis zu
22 Meter hohen Trail und bringen ihn in ordentlich in Schwingungen.

Erst im Mai dieses Jahres wurde der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg eröffnet. Holz, Streben und Infotafeln sind noch ganz frisch, der Slogan klingt vielversprechend: „Erleben Sie den Lebensraum Wald mal aus einer anderen Perspektive“, wirbt er.
Bevor es so weit ist, heißt es allerdings erst einmal Schlange stehen am Kassenhäuschen. Viele nutzen den sonnigen Herbsttag für einen Ausflug in den sich allmählich verfärbenden Harzwald. Am Fuß des Burgbergs tummeln sich Hunderte Besucher, die neben dem Baumwipfelpfad auch einen Abstecher in den benachbarten Märchenpark oder den Klettergarten machen möchten.
Zwanzig Minuten später steige ich langsam die breite Holzrampe hoch, die mich zur ersten Aussichtsplattform in rund 26 Meter Höhe bringt: Auf der einen Seite verliert sich der Pfad zwischen den Baumkronen des Kalten Tals, auf der anderen kann man einen Blick aufs Harzvorland erhaschen.
Aufstieg und Pfad wurden extra barrierefrei angelegt. Beide sind breit genug und nicht allzu steil für Buggys, Rollatoren und Rollstühle. So eignet sich der
tausend Meter lange Trail wunderbar für die ganze Familie – von der Oma bis zum Enkel – und liefert daneben noch viele Informationen über den Harzwald.
Wie fühlt sich eigentlich die Rinde einer Roterle an? Was sagen die Jahresringe über die Klimabedingungen aus, die der Baum erlebt hat? Und welche Tiere leben im Nationalpark Harz? Auf 18 Plattformen lässt sich die Natur ertasten, „erriechen“ und hören.
Um die Infostelen bilden sich schnell Menschentrauben, die Äste und Blätter befingern. Doch so geduldig die Baumwipfel sind – mit den Tieren des Waldes sieht es verständlicherweise schwieriger aus. Die aufgestellten Fernrohre sind deshalb nur Schein und die vierbeinigen Objekte, auf die sie gerichtet sind, (leider) nur aus Holz oder Metall.
Am Ende des Höhenausflugs bleibt die Wahl zwischen einem zweiten Ausgang, der direkt das Kalte Tal hinunter nach Bad Harzburg führt oder die Rückkehr über den Erlebnispfad zum Haupteingang.
Geöffnet ist der Baumwipfelpfad, der von den Harzer Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetrieben der Stadt Bad Harburg initiiert wurde, täglich von
9.30 bis 18 Uhr (April bis Oktober) beziehungsweise von 10 bis 16 Uhr (November bis März). Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro und für Kinder zwischen vier und 17 Jahren 7,50 Euro. Neben dem spontanen Spaziergang empfehlen sich die verschiedenen Erlebnisführungen, mit denen sich der Pfad zum Beispiel bei Dunkelheit oder mit der Harzer Hexe Tula erleben lässt. Darüber hinaus gibt es spezielle waldpädagogische Aktionen zu den Themen „Wald und Baum“ sowie „Tierwelt“. Ein Tipp: Wer kann, sollte aufgrund des Andrangs am Wochenende den Trail lieber unter der Woche besuchen. Kostenfreie Parkplätze gibt es an der B4 gegenüber dem Hotel Seela. Infos: www.baumwipfelpfad-harz.de.
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