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Zum Glück kein Baby gefunden

Taucher suchten stundenlang die Oker ab.

Von Marion Korth, 07.01.2015.

Braunschweig. Um 16 Uhr wurde der Einsatz beendet. Ein Großaufgebot von Tauchern der Feuerwehr sowie der Polizei hatte gestern mehrere Stunden in der Oker nach einem Baby oder Kleinkind gesucht. Zum Glück ohne Ergebnis.

Gleich drei Zeugen, eine Frau sowie ein Pärchen, hatten am Vormittag die Polizei alarmiert. An der Leonhardstraße hatten sie eine ungefähr 30 Jahre alte blonde Frau gesehen, die den Inhalt einer Plastiktüte an der Brücke in die Oker kippte. Es soll sich um Kindersachen gehandelt haben, dazu sei ein deutliches Platschen zu hören gewesen sein, so als schlüge ein Körper auf das Wasser auf.
Mit fünf, sechs Grad ist die Oker derzeit ziemlich kalt. „Bis zu einer Stunde besteht damit eine Chance, jemanden wiederzubeleben, deshalb haben wir volles Programm gefahren“, sagt Winfried Cronauge, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Der schlimme Verdacht bestätigte sich zum Glück nicht. Gestern nach Redaktionsschluss wollte die Feuerwehr aber noch einmal das Wehr an der Wendenstraße kontrollieren.
„Volles Programm“, das hieß bei diesem Einsatz 25 Spezialkräfte der Berufsfeuerwehr Braunschweig, dazu Taucherkollegen aus Wolfsburg und fünf Taucher der Bereitschaftspolizei. Gemeinsam suchten sie den Okerverlauf Richtung Museumspark auf einer Länge von rund 100 Metern nach dem vermeintlichen Baby oder Kleinkind ab. Die Bedingungen für die Suche waren verhältnismäßig gut, die Strömung war gering, die Oker bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern klar. Die Chancen, selbst einen kleinen Menschen zu entdecken, bezeichnete Einsatzleiter Winfried Cronauge von der Berufsfeuerwehr Braunschweig als groß. Bereits am Nachmittag war das Wehr in der Wendenstraße kontrolliert worden, ob dort eine Leiche angetrieben worden ist, am späten Abend wollte die Feuerwehr ein weiteres Mal nachschauen.
An der Flussböschung entdeckten die Taucher eine Kinderkuscheldecke, ein Kissen sowie eine weitere Decke. Ob es sich dabei um den Inhalt aus der Tüte handelt, sei aber nicht klar. Wirkliche Baby- oder Kindersachen seien nicht gefunden worden. „Wir haben keinerlei Hinweis auf eine Straftat“, sagte Polizeipressesprecher Wolfgang Klages. Was die Frau in die Oker geworfen hat, und warum sie das tat, bleibt vorerst ein Rätsel. Die etwa 30-jährige blonde Frau war nach Angaben der Zeugen nach dem Wurf in Richtung Stadtmitte weitergegangen. Sie soll 1,60 bis 1,70 Meter groß sein und war mit einem dunklen Mantel bekleidet. Hinweise nimmt das Polizeikommissariat Mitte unter der Nummer 4 76 31 15 entgegen.
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