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Zufallsbekanntschaft, die seit Jahren hält

Áron Könczei ist seit August in Braunschweig und fühlt sich sehr wohl – im neuen Orchester wie in der Stadt. Nun steht das erste Sinfoniekonzertes der Saison bevor. Auf dem Programm stehen Franz Liszt „Les Préludes“, Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 sowie Hector Berlioz „Harold in Italien“ op. 16. Foto: André Pause

„Eigentlich wollte ich Posaune lernen“ – Hornist Áron Könczei spielt am Sonntag sein erstes Sinfoniekonzert mit dem Staatsorchester.

Von André Pause, 24.09.2016.

Braunschweig. Nervös sei er jetzt nicht, jedenfalls nicht im negativen, beeinträchtigenden Sinne. Der ungarische Hornist Áron Könczei spielt am Sonntag (11 Uhr) und Montag (20 Uhr) sein erstes Sinfoniekonzert in der Braunschweiger Stadthalle.

„Wir hatten mit Bruckners Vierter im Dom zu Königslutter einen für Hornisten recht anspruchsvollen, heiklen Spielzeitauftakt, dadurch ist man gleich besser drin“, lächelt der gebürtige Budapester, der sein Instrument an der renommierten staatlichen Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin studiert hat, und im Anschluss anderthalb Jahre am Staatstheater Wiesbaden sowie zuletzt vier Jahre in Erfurt engagiert war.

Seit August bläst und lebt er nun hier, fühlt sich sehr wohl in der Stadt. „Der Einstieg ist mir nicht schwergefallen. Richtig Glück hatte ich mit meiner Wohnung im östlichen Ringgebiet, die Orchesterinspektor Martin Wiese vermittelt hat“, berichtet Könczei. Die Lage sei geradezu ideal, um zwischen den zwei täglichen Proben am Staatstheater eine Runde Sport an der frischen Luft zu betreiben, schwärmt der 31-Jährige, den es so oft es geht, joggenderweise in den Prinzenpark und das Naherholungsgebiet Riddagshausen verschlägt.
Einen weiteren großen Pluspunkt bringt der Wechsel in die Löwenstadt außerdem auf privater Ebene: Freundin Maud spielt im Rundfunkorchester Berlin Harfe. Und die Strecke in die Hauptstadt lasse sich von Braunschweig aus doch wesentlich leichter pendeln als aus Erfurt: ob mit dem Auto oder dem Zug.

Dass Könczei am hiesigen Fünfspartenhaus gelandet ist, sei ein Stück weit dem Zufall zu verdanken, verrät er im Gespräch: In der vergangenen Spielzeit habe Martin Wiese kurzfristig einen Solohorn-Ersatz für „Anna Karenina“ gesucht. „Er hat mich angerufen. Persönlich gekannt haben wir uns vorher gar nicht. Später hat er mir mitgeteilt, dass eine Stelle in der Horngruppe zu besetzen sei, und ich mich doch bewerben solle. Das habe ich gemacht, war zum Vorspielen hier und jetzt bin ich ziemlich spontan gewechselt“, erzählt der Hornist, der als Kind eigentlich vorhatte, die Posaune zu lernen. „Ich habe – da war ich sieben Jahre alt – die Blechblasinstrumente bei einem der vom Dirigenten Iván Fischer begründeten, sogenannten ’Kakao-Konzerte‘ kennengelernt. Dort habe ich zufällig die Horn-Lehrerin getroffen, die mir sagte, dass ich für die Posaune viel zu klein bin“, sagt Könczei, der rückblickend durchaus froh ist, dass es so gekommen ist, wie es ist. „Im Grunde bin ich dankbar, weil das Horn im Orchester die viel schöneren Aufgaben hat. Es ist ein sehr präsentes Instrument und hat während des Konzerts viel zu tun. Es ist schon, wie Robert Schuman gesagt hat: Das Horn ist die Seele des Orchesters.“

Davon können sich die Besucher beim ersten Sinfoniekonzert der Spielzeit überzeugen.
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