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„Zuckerberg-Spitze“ erreicht

Nordzucker AG hat erneut gutes Geschäftsjahr hinter sich – Von nun an wird es schwieriger.

Von Marion Korth, 11. Juni 2014.

Braunschweig. „Zucker hat Zukunft – ohne Fragezeichen.“ Mats Liljestam ist bei der Nordzucker AG zuständig fürs Marketing, was soll er anderes sagen? Aber die Zahlen sprechen für sich, zufriedene Gesichter deshalb bei ihm wie auch bei seinen Vorstandskollegen und Vorstandsvorsitzendem Hartwig Fuchs bei der Bilanzpressekonferenz. Das vergangene Jahr ist für Europas zweitgrößten Zuckerproduzenten gut gelaufen.

Kälte im März, Überschwemmungen im Mai – das Rübenjahr hatte schlecht begonnen, erst September und Oktober rissen es heraus. An das Rekordjahr 2012/2013 konnte zwar nicht ganz angeknüpft werden, aber fast. 2,5 Millionen Tonnen Zucker wurden produziert, 209 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftet, 1,30 Euro Dividende je Aktie soll auf der Hauptversammlung am 10. Juli vorgeschlagen werden.
Dennoch: Die „fetten Jahre“ sind erst einmal vorbei, das europäische Unternehmen wappnet sich für die Herausforderungen der Zukunft. Im Jahr 2017 wird die Zuckermarktordnung und damit alle Quoten fallen. Das Unternehmen kann exportieren, gleichzeitig aber können Konkurrenten auf den Markt drängen. Die Nordzucker AG will mit Effizienz dem Konkurrenzdruck standhalten, hat 79 Millionen Euro in die Verarbeitungsstandorte investiert, spart jetzt allein an Energiekosten 20 Millionen Euro im Jahr, auch die Unternehmensstruktur wird überprüft. Entlassungen wird es nicht geben, aber Doppelfunktionen – bedingt durch den zweiten Zentralenstandort in Kopenhagen – auch nicht mehr. Ein Jahr früher als geplant wurden die Unternehmensschulden komplett abgebaut und sogar noch Rücklagen gebildet, die Eigenkapitalquote auf mehr als 59 Prozent erhöht. Große Investitionen, zum Beispiel in Silos, sind auch im nächsten Jahr vorgesehen. Auf Sicht werden aber geringere Weltmarktpreise Investitionen erschweren. An den Vertragslandwirten wird dies nicht spurlos vorbeigehen. Liljestam kündigte ein neues Vertragssystem an, das direkter an die Preisentwicklung gekoppelt sein wird. Das Unternehmen streckt zudem die Fühler aus, um auf den Wachstumsmärkten der Zukunft – Asien und Afrika – gemeinsam mit einem Partner Fuß zu fassen. „Wir müssen dort hingehen, wo der Markt und die Nachfrage sind“, betonte Fuchs. Dafür wirbt er bei Informationsveranstaltungen. Eines aber ist jetzt schon klar: „Im laufenden Geschäftsjahr ist mit einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis zu rechnen.“
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