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Zentrum schließt eine Lücke

Initiatoren und Ärzte des neuen Zentrums (v.l.): Dr. Hans-Jürgen Klaus, Dr. Michael-Mark Theil, Ralf Benninghoff (Verwaltung Marienstift), Dr. Ulrich Frank, Petra Sarstedt-Hülsmann (Lukas-Werk Gesundheitsdienste) sowie Burkhard Budde (Vorstand Marienstift). T.A.

Im Marienstift eröffnete ein neues medizinisches Angebot für Menschen mit Behinderung.

Von Birgit Leute, 23. März 2014.

Braunschweig. Blutdruckmessen, ein überfülltes Wartezimmer: Das kann für Menschen mit geistiger Behinderung Panik erzeugen. Für sie gibt es jetzt ein neu eröffnetes medizinisches Zentrum im Braunschweiger Marienstift.

„Das Problem ist: Bis zum 18. Lebensjahr werden Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung in sozialpädiatrische Zentren versorgt, also von besonders ausgebildeten Kinderärzten, die gewohnt sind, mit Patienten umzugehen, die nicht genau sagen können, wo es ‚wehtut‘. Danach fallen sie in eine Lücke“, sagt Dr. Ulrich Frank, Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums am Klinikum Braunschweig.
Genau diese Lücke will das neue Medizinische Zentrum im Marienstift füllen. Es wird vom Integrierten Gesundheitsdienst Neuerkerode (Lukas-Werk) betrieben und steht seit Anfang März jedem offen, der von einem Haus- oder Facharzt überwiesen wird.
„Für die allgemeinmedizinischen Ärzte ist das Zentrum eine Riesenentlastung, denn bislang kümmern sie sich um die volljährigen Behinderten“, so Dr. Hans-Jürgen Klaus, Facharzt für Neurologie am neuen Zentrum. Doch ein Patient, der sich kaum äußern kann, der auf einfaches Blutdruckmessen vielleicht aggressiv mit Beißen und Schlagen reagiert, stellt selbst erfahrene Mediziner vor eine manchmal unlösbare Herausforderung.
„Bislang gibt es nur eine Institutsambulanz in Neuerkerode. Sie versorgt die rund 900 Bewohner. Die jetzt eröffnete zweite Ambulanz steht auch denen zur Verfügung, die nicht in einem Heim untergebracht sind – und die werden im Zuge der Inklusion, also der Forderung nach einem selbstbestimmten Leben in der eigenen Wohnung in Zukunft mehr werden“, sagt Klaus.

SERVICE
Das Medizinische Zentrum für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung (MZMB) bietet neben der allgemeinen Gesundheitsvorsorge auch ein psychotherapeutisches Angebot und eine Epilepsiesprechstunde an.
Zum Team gehören Psychotherapeuten, Neurologen und Allgemeinmediziner.
Sprechstunden: montags und freitags von 8 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter: www.lukas-werke.de/einrichtungen.
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