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Zentraler Anlauf für Notfälle

Neue zentrale Notaufnahme im Klinikum Salzdahlumer Straße fertiggestellt.

Von Martina Jurk, 21.08.2011.

Braunschweig. Die neue zentrale Notaufnahme des Klinikums an der Salzdahlumer Straße ist fertiggestellt und wird in den nächsten Tagen ihren Betrieb aufnehmen. Sie ist die größte Notaufnahme Braunschweigs und rund um die Uhr besetzt.

Erst vor zwei Wochen erfolgte der Umzug der Patienten in die neue Intensivstation. Sie und die zentrale Notaufnahme sind Bestandteile des Funktionstraktes, dessen Erweiterung insgesamt 27 Millionen Euro kosten wird. 60 Prozent steuert das Land Niedersachsen bei, 40 Prozent finanziert das Klinikum, das mit den Baumaßnahmen sein Zwei-Standorte-Konzept realisiert. „Es ist die größte Investition am Standort Salzdahlumer Straße seit 1979“, sagt Geschäftsführer Helmut Schüttig.
Die zentrale Notaufnahme ist interdisziplinär besetzt, das heißt, alle Notfälle im Bereich der konservativen klinischen Medizin werden diagnostiziert und versorgt. Damit ist sie der zentrale Anlauf für alle Rettungskräfte. Unfallchirurgische und Kinder-Notfälle werden bis 2017 allerdings weiterhin in der Holwedestraße behandelt. „Die Notaufnahme ist nicht nur größer als die bisherige, sondern es verbessern sich damit die Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter wesentlich“, betont Helmut Schüttig. 28 Behandlungsplätze (primär Ein- und Zweibettzimmer) mit Isolationsmöglichkeiten und ein Schockraum stehen zur Verfügung. „Hypermoderne Transportliegen, mobile Pflegewagen, eine zentrale Überwachung, Behandlungskabinen zur Erstsichtung und zwei Aufenthaltsräume“, nennt Birgit Walther, stellvertretende Pflegedirektorin, weitere Vorzüge. Durch Vernetzung sei der Zugriff auf Untersuchungsergebnisse aus Labor und Radiologie und damit eine bessere Differenzierung der Notfälle möglich, sagt der Leitende Arzt der zentralen Notaufnahme, Gunter Jordan.
Für die Versorgung der Patienten stünden täglich 24 Stunden Fachärzte zur Verfügung – Internisten, Neurologen und Chirurgen. „Für Patienten mit Herzbeschwerden und neurologischen Symptomen wie beim Schlaganfall ist zu jeder Tages- und Nachtzeit eine sofortige Versorgung möglich“, versichert der Ärztliche Direktor Professor Dr. Horst Kierdorf. Niemand werde abgewiesen. „Wir bieten eine Rettungskette rundum“, sagt er. Patienten könnten von der Notaufnahme sofort in die darüberliegende Intensivstation gebracht werden und vom Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach (wird Ende des Jahres fertig) nach unten in die Intensivstation, ohne das Haus verlassen zu müssen.
Das Aufkommen an Notfallpatienten ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. 2006 waren es 1500 Patienten im Monat, heute sind es bereits 2100. „Tendenz steigend“, so Professor Kierdorf.
Die Gewährleistung einer immer besseren Qualität der medizinischen Versorgung habe nach Ansicht der Klinikumexperten aber auch eine Kehrseite. Immer weniger Krankenhäuser und weniger Betten bei steigenden Patientenzahlen sei eine Schere, die immer weiter auseinanderklaffe. „Für uns ist das eine schwierige Aufgabe, ein ökonomisches Problem. Wir müssen unsere Abläufe bis an die Grenze des Machbaren optimieren, ohne dass die Patienten darunter leiden“, meint Helmut Schüttig.
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