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„Wir sind bis an unsere Grenzen gegangen“

Gabie Skusa-Krempec mit Detumo (vorn) und Patenkind Daniel in der Schule in Brewerville. Beide sind Waisenkinder aus dem Diana-E.-Davies-Waisenhaus. (Foto: Foto: privat)
 
Grundschüler vor der Schule in Brewerville. (Foto: Foto: privat)

Das „Projekt für Liberia“ hat ein aufregendes Jahr hinter sich – Neues Fahrzeug für Schule auf dem Weg – Waisenhaus braucht neues Dach.

Von Martina Jurk, 19.01.2014

Braunschweig. Ohne Fahrzeug sind Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Diana-E.-Davies-Schulen im liberianischen Brewerville und Monrovia Duala aufgeschmissen. Mit größter Kraftanstrengung organisierte jetzt das „Projekt für Liberia“ in Braunschweig den Transport eines Pick-ups nach Afrika.

„Wir haben ein heftiges Jahr hinter uns – anstrengend und kostenintensiv“, sagt Projektleiterin Gabie Skusa-Krempec. Die 2010 gebaute Schule in dem ländlichen Gebiet Brewerville, an die ein Waisenhaus und eine Ambulanz angeschlossen sind, hatte zunächst keinen Strom. Dank der Hilfe von „Ingenieure ohne Grenzen“ (eine bundesweite Organisation, die Hilfsprojekte unterstützt) erhielt die Schule eine Fotovoltaik-Anlage.
Im Februar vergangenen Jahres wurde vom „Projekt für Liberia“ der Transport organisiert. „Es ist in dem Land äußerst schwierig, einen Überseecontainer auszuzollen. Fünf Ingenieure waren vor Ort, um die Fotovoltaik-Anlage zu installieren. Aber der Container kam einfach nicht aus dem Hafen“, erzählt die engagierte Projektleiterin.
In dem Container habe sich auch die Ausstattung für ein Computerlabor, das wichtig für den Unterricht ist, befunden. Kurz vor dem Rückflugtermin der Ingenieure sei der Container dann doch angekommen. „Die Zeit war knapp, aber sie haben es geschafft“, freut sich Gabie Skusa-Krempec. Mit dem Solarstrom würden eine Akkuladestation und ein Internetcafé betrieben, um Geld zu erwirtschaften. Das entsprechende Know-how habe die Organisation „Manager ohne Grenzen“ zur Verfügung gestellt.
In der neuen Mensa erhalten die Kinder Schulspeisung und nun auch selbst gebackenes Brot. Mit Spendengeldern konnte an die Mensa eine traditionelle Bäckerei angebaut werden.
Auch in der zweiten Diana-E.-Davies-Schule Monrovia Duala hat die moderne Technik Einzug gehalten – mit gebrauchten Computern der Stadt Braunschweig, die mit Lernsoftware ausgerüstet sind.
Ohne das persönliche Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Helfer des „Projekts für Liberia“ wäre das alles nicht zustande gekommen. Zig Telefonate, die Aktivierung von Kontakten, die ständigen Verbindungen zu den Menschen in Liberia und vor allem das Einwerben von Spendengeldern und die Unterstützung von Sponsoren – ein Vollzeitjob. „Wir sind bis an unsere Grenzen gegangen“, gibt Gabie Skusa-Krempec zu. Vor allem finanziell. Spendengelder und Rücklagen seien aufgebraucht.
Und dann war da noch das Problem mit dem Auto. Das alte Fahrzeug, das das Projekt vor gut vier Jahren nach Liberia geschickt hatte, und mit dem der gesamte Schulaufbau bewältigt wurde, hat seinen Geist aufgegeben. „Transporte sind dort sehr teuer. Alles muss mit Leihwagen und Taxen bestritten werden. Ein Auto ist notwendig für Menschen und Material beider Schulen, aber das Geld dafür war nicht da. Wir haben alle Reserven zusammengekratzt“, erklärt die Projektleiterin.
Der Transport sollte unbedingt bis Ende 2013 über die Bühne gehen, denn bis dahin hatte noch eine Ermäßigung der Zollgebühren Gültigkeit.
„Wieder haben wir viele persönliche Kontakte genutzt, und viele Menschen waren behilflich, um das zu realisieren. Noch vor dem ersten Advent haben wir das Auto nach Hamburg zum Verschiffen gebracht.
In diesen Tagen soll es in Liberia ankommen“, ist die Braunschweigerin froh.
Gabie Skusa-Krempec ist längst schon wieder beim nächsten Projekt: Das Dach des Waisenhauses ist undicht, und das gleiche Schicksal droht der Ambulanz. Mit Spendengeldern könnten diese Baustellen behoben werden, bittet sie um Unterstützung. Und nicht nur dafür. „Die wirtschaftliche Situation in Liberia lässt es nicht zu, dass Kinder zur Schule gehen können.“ Die Diana-E.-Davies-Projekte in Liberia und das „Projekt für Liberia“ in Deutschland würden sich dafür einsetzen, den Menschen Voraussetzungen für ein würdiges Leben zu schaffen. Circa 1000 Schüler bekämen in den Projekten eine Chance auf Bildung. „Um das fortsetzen zu können, brauchen wir Schul- und Ausbildungspatenschaften.“
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