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„Wir machen weiter“

Herzliche Begrüßung: Witold Dulski und Bischof Dr. Shekutaamba Nambala kennen sich bereits aus Braunschweig.

Die Blechbläser vom Braunschweiger Dom übergaben in Namibia einen Spendenscheck.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 05.10.2014.

Braunschweig. Witold Dulski ist beeindruckt. Der Domkantor und sein Blechbläserensemble waren in Namibia, um einen Spendenscheck in Höhe von 11 000 Euro zu überreichten. Sie haben viel erlebt.

Vorweg: Das Geld ist noch auf einem Konto in Braunschweig, darunter auch gut 2500 Euro aus dem Benefizkonzert „Jazz auf der Oker“, präsentiert von der nB. Das benötigte medizinische Gerät für das Onandjokwe Lutheran Hospital soll von Deutschland aus bestellt und bezahlt werden.
„Das haben wir mit dem russischen Chefarzt besprochen“, sagt Dulski. Die Klinik benötigt dringend Spezialbettchen für Frühgeborene. „Wenn bei den Müttern Aids festgestellt wird, werden die Kinder per Kaiserschnitt so früh wie möglich geholt“, erzählt Dulski, darauf ist das Krankenhaus aber kaum eingerichtet. Überhaupt hat der Besuch der Kinderstation den Besuchern das Herz schwer gemacht. „Es kein wirkliches Elend zu sehen“, ordnet der Kantor ein, „aber es fehlt eben doch an vielem.“
Daneben haben die Kirchenmusiker eine Reise voller Gegensätze erlebt. „Schon am Flughafen wurden wir vom Kirchenchor empfangen, wir packten unsere Instrumente aus und spielten die Nationalhymne“, erzählt Dulski, „und alle Menschen sangen und tanzten mit.“ Die Musikalität der Menschen beeindruckte die Braunschweiger Bläser sehr. Bereits der erste Gottesdienst in Windhoek hatte sie sprachlos gemacht: „1200 Menschen singen mit. Vierstimmig – und supersicher!“, erzählt Dulski.
Auch in Katutura – einem Stadtviertel, das während der Apartheid gegründet wurde – erlebten die Musiker unvergessliche Momente. „Mit den heimischen Bläsern haben wir einfach zwischen den Wellblechhütten gespielt“, blickt Dulski zurück, „wir hatten Hunderte von Zuhörern, die mitsangen und tanzten.“
Oder der namibische Chor, der – ebenfalls vierstimmig – „Wenn alle Brünnlein fließen“ in einwandfreiem Deutsch sang, rührte die Gäste aus Europa sehr.
Zurück in Braunschweig werden die Blechbläser weiter für das Krankenhaus in Namibia spielen und sammeln. „Wir haben in dem Krankenhaus gesehen, dass Hilfe möglich ist“, sagt Dulski. Auch wenn die berühmten Mühlen in Namibia offenbar langsam mahlen und die Braunschweiger auch Hürden nehmen mussten, „wir machen auf jeden Fall weiter“, versichert Dulski.
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