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Wie wollen wir 2030 leben?

Sie gaben den Startschuss für die Bürgerbeteiligung: Oberbürgermeister Ulrich Markurth, TU-Professor Reinhold Haux, Corinna Mielke, die die Bürgerbefragung leitet, und TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach (v.l.). Foto: Verena Meier

Forschungsprojekt der TU gemeinsam mit Stadt und vielen Partnern – Bürgerbefragung startet.

Von Martina Jurk, 24.03.2015.

Braunschweig. Braunschweig soll zum „Living-Lab“, also zum Wohnlabor werden. Was sich so wissenschaftlich anhört, ist es genau genommen auch – vorerst. Untersucht werden soll, wie wir uns im Jahr 2030 altersgerechtes Wohnen vorstellen, und was wir bis dahin tun müssen. Die Braunschweiger sollen sich daran aktiv beteiligen und an einer Bürgerbefragung teilnehmen. 4000 Bürger erhalten in den nächsten Tagen Post.

2030 wird ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Professor Reinhold Haux, Leiter des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik der TU Braunschweig sieht die höhere Lebenserwartung der Menschen als Geschenk an. „Wir haben insofern auch keine überalterte Gesellschaft“, ist er überzeugt. Dennoch müssten Wohnen, Mobilität und viele andere Dinge der demografischen Entwicklung Rechnung tragen.
Das Forschungsprojekt heißt „Braunschweig 2030 – Gemeinsam. Leben. Gestalten“. Mit dem Institut für Medizinische Informatik arbeiten die Medizinische Hochschule Hannover, die Stadt Braunschweig, sechs weitere TU-Institute, mehr als 30 weitere regionale Kooperationspartner aus mittelständischen Unternehmen, Vereinen und Verbänden sowie der Wohnungs- und Sozialwirtschaft zusammen. Sie untersuchen, wie zukünftig in einer Stadt, unter Berücksichtigung der Chancen des demografischen Wandels und der Perspektive einer deutlich höheren Lebenserwartung neue, innovative Lebensumfelder in hoher Lebensqualität gemeinsam für alle Generationen und für möglichst viele Lebenssituationen geschaffen werden können. In der eigenen Wohnung und der gewohnten Umgebung zu leben und zu altern, soll in Braunschweig selbstverständlich werden. Das ist das Ziel des Projekts. „Das passt genau zu dem, was wir mit der Stadt vorhaben“, sagte Ulrich Markurth. Der Oberbürgermeister meint damit das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“, in dem es auch um den Wohnungsbau und die soziale Infrastruktur der Zukunft geht. In diesem Jahr werde eine große Bürgerbeteiligung organisiert, an deren Ende ein Leitbild stehen soll. Das Forschungsprojekt Braunschweig 2030 unterstütze die Stadtplanung dabei herauszufinden, was sich die Menschen von ihrer Stadt wünschen, und wie sie in Zukunft leben wollen. „Es betrifft das konkrete Leben der Bürger, und deshalb sind sie aufgerufen, die Stadt ein wenig mitzugestalten“, so Markurth. Und so können sich nicht nur die Menschen, die angeschrieben werden, an der Bürgerbefragung beteiligen, sondern alle, die Ideen haben. Sie können sich postalisch, per E-Mail und über ein eigens eingerichtetes Infotelefon an das Projektteam wenden.
Wenn das Projekt mit seinem Konzept überzeugt, besteht die Aussicht auf eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von fünf Millionen Euro. „Die Daten der Bürgerbefragung fließen in die Bewerbung ein. Je größer die Resonanz auf die Umfrage ist, desto mehr steigen die Chancen auf den Förderzuschlag“, sagte Reinhold Haux. Aber auch wenn der Antrag abgelehnt werden sollte, gehe die Forschung von Stadt und TU auf diesem Gebiet weiter.
Infotelefon: 3 91 95 17
Internet: http://www.plri.de/index.php?id=Braunschweig2030
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